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Connected Lighting statt Covid-19

„Die Lichtbranche zählt zu den Corona-Verlierern“, meint Signifys Geschäftsführer Roger Karner. Die gute Nachricht: Die Entwickung hierzulande war überdurchschnittlich, das Niveau von 2019 sollte schneller wieder erreicht werden.

Lichttechnik Signify Licht Coronavirus

Im März bringt Signify neue UV-C-Produkte auf den Markt. Schon jetzt zählen Red Bull Leipzig und Edeka zu den Kunden.

Covid-19 hat die Lichttechnik angesteckt. Auch Weltmarktführer Signify fuhr daher im Geschäftsjahr 2020 auf vergleichbarer Basis ein Umsatzminus von 12,7 Prozent ein. Details zu einzelnen Regionen nennt der Konzern nicht. Nur so viel merkt Roger Karner, DACH-Geschäftsführer von Signify, an: "In unseren Märkten sind wir viel besser ausgestiegen." Doch insgesamt zähle die Lichtbranche zu den Corona-Verlieren: Der globale Markt werde sich erst 2023 von den Pandemiefolgen erholen. Die gute Nachricht, so Carner: Die Entwickung hierzulande war überdurchschnittlich, das Niveau von 2019 sollte schneller wieder erreicht werden.

B2B-Markt besonders betroffen

Einen negativen Corona-Effekt verspürte vor allem das Professional-Segment: "Der Consumer-Bereich profitierte davon, dass die Menschen in der Krise ihr Zuhause verschönern wollten. Entsprechend hoch war die Nachfrage nach unseren Philips Hue-Produkten", erklärt Karner. 

Trotz des Einbruchs konnte der Konzern das EBITA weiter steigern – von zuletzt 10,4 auf nunmehr 10,7 Prozent oder 695 Millionen Euro. Karner: "Unser Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen wächst nachhaltig in einem wettbewerbsintensiven Markt – selbst im schwierigen Umfeld des vergangenen Jahres." Die Kriegskasse für Übernahmen und strategische Investitionen bleibt gut gefüllt.

International erwartet Karner eine Durststrecke von zwei Jahren: "Der Markt wird sich voraussichtlich erst 2023 von den Pandemiefolgen erholen." Wobei das Wachstum ausschließlich aus digitalen Produkten und Lösungen kommen wird. Die Umsatzbedeutung konventioneller Lichtprodukte schwindet rasant. Optimistischer ist der DACH-Chef für den eigenen Verantwortungsbereich: "Aufgrund unserer Strategien werden wir in den deutschsprachigen bereits vor 2023 wieder das 2019er Niveau erreichen."

Vernetztes Licht

Für LED-Lampen sei im Zeitraum von 2020 bis 2023 weltweit ein Minus von acht Prozent zu prognostizieren. Dem steht ein voraussichtliches Plus von neun Prozent bei LED-Leuchten gegenüber. Das Connected-Segment dürfte sich in beiden Bereichen überproportional entwickeln und bei Leuchten ein Plus von 25 Prozent erreichen. Im Zeitraum zwischen 2013 und 2020 ist das LED-Segment von 26 Prozent auf einen Anteil von 80 Prozent am Gesamtmarkt gestiegen – "in der DACH-Region liegen wir sogar noch darüber", so Karner. 

Der Verkauf verbundener Lichtpunkte legte im selben Zeitraum von neun auf 77 Millionen zu (2019 war er noch bei 56 Millionen gelegen). Der Connected-Anteil am Gesamtumsatz wuchs 2020 um mehr als ein Drittel auf 22 Prozent. Der Markt ist also im Wandel, Connected Lighting entwickelt sich von einer Nischen- zu einer Mainstream-Anwendung.

Für 2021 kündigt Karner zahlreiche Innovationen in diesem Bereich an – sei es ein Philips-Multisensor zur Detektion von Verkehrsunfällen und -lärm oder das Wandschalter-Modul Philips Hue. Letzteres verwandelt herkömmliche Lichtschalter in smarte Schalter. "Ein Highlight, auf das ich mich ganz besonders freue. Damit wird jeder Lichtschalter zu einem Teil des Smart Home."