FEEI

EAG: Mehr Intelligenz bei der Steuerung des Energiesystems nötig!

Was der Fachverband Elektro- und Elektronikindustrie nach beschlossenem Erneuerbare-Ausbau-Gesetz jetzt an konkreten Maßnahmen fordert.

Energie FEEI Erneuerbare Energie

Bis 2030 sollen 100 Prozent des heimischen Strombedarfs durch erneuerbare Energieträger gedeckt werden. Der Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie begrüßt das gestern beschlossene Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) als positiven Schritt in Richtung Ökologisierung des Energiesystems. Marion Mitsch, Geschäftsführerin des FEEI, gibt aber zu bedenken: "Die europäische Wertschöpfung und der intelligente Netzausbau dürfen bei der Umsetzung aber nicht aus den Augen verloren werden."

Wertschöpfung in Europa halten

Durch den kommenden Ausbau von erneuerbaren Energieträgern werden wirtschaftliche Wertschöpfung, Klimaschutz und Versorgungssicherheit miteinander verbunden. Diese Zielsetzung ist nicht nur für die Bewältigung des Klimawandels notwendig, auch die Wertschöpfung am Standort Österreich wird durch die geplanten Investitionen erheblich steigen. Damit aber Österreich und Europa wirtschaftlich von der Energiewende profitieren können, muss diese Wertschöpfung auch in Österreich und Europa gehalten werden und darf nicht in Drittstaaten abwandern. Marion Mitsch plädiert für ein vorausschauendes Agieren: "Wir müssen die jetzt zur Verfügung stehenden Fördermittel für eine hohe Wertschöpfung in Österreich nutzen, um letztlich auch die Arbeitsplätze im Land zu halten und neue zu schaffen."

Es läge schließlich auf der Hand, dass die geplanten hohen Investitionsanreize nicht nur für heimische und europäische Unternehmen interessant seien. "Hier besteht die Gefahr, dass heimische Hersteller von einschlägigen Technologien von außereuropäischen Herstellern bedrängt oder gar abgedrängt werden", so Mitsch. Dass diese Sorgen nicht unbegründet sind, zeigen die Aktivitäten von vor allem amerikanischen und asiatischen Akteuren in den vergangenen Jahren in Europa. Sie haben aber auch von der offenen Vergabepolitik in Europa profitiert. Denn die EU ist für öffentliche Beschaffung der offenste Markt der Welt.

Hohe Importquote kann negative BIP-Effekte haben

Eine im Oktober 2020 veröffentlichte Studie der Linzer Johannes Kepler Universität (JKU) spricht von einer "doppelten Dividende" durch die Förderungen und den Ausbau von erneuerbaren Energieträgern: die Energiewende reduziert nicht nur den CO2-Ausstoß, sondern ist auch ein wahrer Konjunkturmotor für Österreich und Europa. Je nach Förderhöhe ist zu erwarten, dass die geplanten Anreize von 1 Milliarde Euro pro Jahr Investitionen von mindestens 3 Milliarden Euro jährlich am Standort Österreich auslösen werden. Das hat nicht nur sehr positive Effekte auf die heimische Wirtschaftsleistung, sondern ist auch ein wichtiger Jobmotor für Österreich. In ihrer Studie geht die JKU davon aus, dass so bis 2030 100.000 neue Arbeitsplätze entstehen können. Eine Ergänzung der Studie im Auftrag des FEEI vom März 2021 zeigt aber auch, dass eine Importquote von über 70% einen gegenteiligen Effekt hätte und sich sogar negativ auf das heimische BIP auswirken würde.

Intelligenter Netzausbau wichtiger Schlüssel für Versorgungssicherheit

Um Versorgungssicherheit im Zuge des erhöhten Anteils Erneuerbarer gewährleisten zu können, fordert der FEEI die Verstärkung und Flexibilisierung des Netzausbaus sowie die Beschleunigung bei Genehmigungsverfahren. Der Netzausbau ist eine wichtige Voraussetzung für die Erreichung der 2030-Ziele. Es brauche mehr Intelligenz bei der Steuerung des Energiesystems, beispielsweise von PV/eChargern auf der Niederspannungs-Ebene, so die Experten. Für die Netzplanung und den Netzbetrieb sollte die Verwendung von Smart-Meter-Daten zugelassen werden.