Lichttechnik

Ein Markt zwischen Licht und Schatten

Gestoppte Produktionserweiterungen und verschobene Projekte prägten zuletzt die Nachrichtenlage im Lichttechnik-Bereich. Das ist jedoch nur ein Teil der Wahrheit: Lieferanten im Qualitätssegment könnten durchaus gestärkt aus der Corona-Krise hervorgehen.

Von
Lichttechnik Licht Ledvance Trilux

„Angesichts der Rahmenbedingungen ist 2020 für uns sehr gut gelaufen“, meint Florian Gansterer. „Ohne Corona hätten wir unsere Ziele erreicht.“ Aufgeholt werden konnte vor allem gegen Jahresende, „ab Juni ging’s bergauf“, so der Ledvance-Vertriebsleiter. Gut begründet scheint daher auch die Erwartung, dass die Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2021 positiv weitergeht. Durch das Auslaufen staatlicher Förderprogramme könnte das zweite Halbjahr schwieriger werden. Gansterer sieht jedoch auch sich etablierende neue Trends, die die Lichttechnik auf längere Sicht bestimmen könnten.

Trend: gesundes Licht

„Covid-19 trifft jene am schwersten, die gesundheitlich angeschlagen sind. Dadurch wird zurzeit und wohl auch in Zukunft noch mehr Wert auf die Gesundheit gelegt. Das sollte das Thema des Human Centric Lighting vorantreiben.“ Der Ledvance-Manager verweist dabei etwa auf die hauseigenen Biolux-Produkte für die Office-Beleuchtung. Im Aufbau ist auch ein UV-C-Sortiment von Ledvance. „Neben den bekannten UV-C-Röhren bringen wir auch UV-C-Luftreinigungsgeräte zur Verbesserung der Luftqualität in Innenräumen.“

Wenn das Virus besiegt ist, werden viele wieder in die Büros zurückkehren. Dennoch dürfte das Arbeiten aus dem Home Office zumindest zum Teil erhalten bleiben. Mit Schreibtischstühlen, Bildschirmen und Notebooks sind viele dieser Heimarbeitsplätze mittlerweile gut ausgestattet, nicht aber mit adäquaten Lichtlösungen. „Hier braucht es eine Norm im Sinne des Arbeitnehmerschutzes“, fordert Gansterer.

Trend: vernetztes Licht

Der Smart Home-Trend spielt der Lichttechnik allgemein in die Hände. Vernetzte Lösungen beschränken sich freilich nicht auf das Zuhause. Eine Produktneuheit, die der Ledvance-Lichtprofi schon jetzt für das zweite Halbjahr ankündigen kann, ist das Vivares-Lichtmanagementsystem fürs Smart Office mit Produkten von Leuchten über Sensoren bis zum Tastereinsatz für die Schalterdose. Ebenfalls neu, wenn auch nicht fürs Büro, sondern für Sport- oder Tennisplätze geeignet, ist eine Flutergeneration mit bis zu 160.000 Lumen.

Alle Voraussetzungen für das künftige Wachstum sind geschaffen: Mit 1. Jänner 2021 hat Ledvance den Außendienst verstärkt: Neuzugang Christian Kyrer betreut damit nun Ostösterreich gemeinsam mit Erwin Schwab. Der Standort Wien wird darüber hinaus zum Lichtkompetenz-Zentrum für den DACH-Raum weiterentwickelt. Vier Lichtplaner stellen hier ihr Knowhow zur Verfügung, um Kunden optimierte Dienstleistungen anzubieten. Für Lichtplanungen und technische Rückfragen stehen Werner Dörrer, Niklas Fuchs, Werner Knappe und Vladimir Vodopivec bereit. Beraten werden Großhandel, Elektrotechniker und Endkunden. TV-Präsenz sorgt dafür, dass Letzteren Ledvance als Markt vertraut ist: Sport 1-Seher kennen den vom Unternehmen gestalteten „Lichtblick des Tages“ der jeweils am Sonntagvormittag ausgestrahlten Sendung „Doppelpass“.

Die Akademie fürs Licht

Viele Produktneuheiten hat Trilux jüngst auf den Markt gebracht. Das reicht von der Büroleuchtenserie Luceo Slim aus Steh-, Einbau- und Deckenleuchten über Bicult-Einzelschreibtischlösungen fürs Home Office bis hin zum flexiblen und modular aufgebauten Lichtkanalsystem Finea. „Was die neuen Produkte können, muss man erleb- und begreifbar machen“, sagt Trilux-Geschäftsführer Matthias Sporer. „Daher freuen wir uns schon darauf, unsere Partner möglichst bald wieder persönlich zu treffen. Auch der Vertrieb sehnt sich danach.“

Geschäfte werden schließlich immer noch zwischen Menschen gemacht. Dennoch schaffte es Trilux recht gut, auch in Zeiten des Social Distancing den Kontakt zu den Marktakteuren zu halten. Mit ein Grund dafür ist unter anderem die hochaktive Trilux Akademie, die Elektrotechniker, Planer und Industriekunden zuletzt vor allem über Webinare über lichttechnische Belange oder die Veränderungen in der Normenlandschaft auf dem Laufenden hielt. Fürs zweite Halbjahr 2021 sind wieder Thementage mit Partnern (darunter beispielsweise Unternehmen wie die Voest) und zu Schwerpunktthemen wie Office und Home Office geplant.

Trend: effizientes Licht

Positiv überrascht wurde Sporer von der Entwicklung des vergangenen Jahres: „Im ersten Lockdown wurde die Zukunft allgemein düster gesehen. Letztlich sind wir aber gut durch das Jahr gekommen.“ Erfreulich entwickelten sich vor allem das Office- sowie das Industriesegment, in dem auch zunehmend auf Aspekte wie die Energieeffizienz über die Lebensdauer bei Lichtlösungen geachtet wird.

Als hilfreich erwies sich, dass Trilux mit seiner Produktion stark in Europa, konkret in Deutschland und Spanien, verankert ist. Sporer: „Es waren hauptsächlich die Billiganbieter, die während der Corona-Krise zeitweilig nicht liefern konnten. Die Liefer- und Lagersituation bei Trilux war durchwegs recht gut.“ 

Das Ergebnis: Trilux hat hierzulande Marktanteile dazugewonnen. Der Geschäftsführer erwartet daher, dass das Unternehmen gestärkt aus der Krise hervorgeht. „Dass immer mehr darauf geachtet wird, wo und wie produziert wird, kommt uns zugute.“ Neben dem Preis gewinne der Nachhaltigkeitsgedanke bei Kunden an Bedeutung. Die Bandbreite reicht hier bei Trilux von entsorgungsfreundlichen Produktkonzepten bis zu besonders effizienten Verpackungen.

Schwierig gestaltet sich der Ausblick auf die Zukunft. Angesichts der seitens der Elektroplaner angefragten Volumina schätzt Matthias Sporer, dass das Geschäft der kommenden zwei bis drei Monate jedenfalls noch gesichert sein sollte. Auf die Entwicklung des Gesamtjahres wird auch jene der Gastronomie- und Tourismusbranche sowie der Arbeitsplätze Einfluss haben. Dem Unternehmen hilft dabei die Tatsache, dass es breit aufgestellt ist: „Die Industrie ist ein wichtiger Kunde. Wir setzen darüber hinaus auch Außenleuchten-Projekte für Kommunen um oder zählen pharmazeutische Produktionsstätten zu unseren Kunden.“ 

Die Projekte selbst werden anspruchsvoller. „Im letzten Jahr konnten wir Gutpunkte sammeln“, meint Sporer. „Diese können wir in weiterer Zukunft unabhängig von der allgemeinen Marktentwicklung einlösen.“