ERSTE AGRAR-PV-ANLAGE ÖSTERREICHS

Erdäpfel und Strom

Neue Wege in eine erneuerbare Zukunft: Auch landwirtschaftliche Flächen können zur Erzeugung von Sonnenstrom genutzt werden. Die Wien Energie nahm nun die erste derartige Agrar-PV-Anlage hierzulande in Betrieb.

Bei der Inbetriebnahme: Guntramsdorfs Bürgermeister Robert Weber, Wien Energie-Chef Karl Gruber und Energiesprecher Josef Taucher.

Mit dem innovativen Konzept von Freiflächen-PV-Anlagen können landwirtschaftliche Flächen doppelt und um 60 Prozent effizienter genutzt werden. Die Pilotanlage der Wien Energie mit 60 bifazialen, also doppelseitigen, vertikal montierten Modulen wurde in Guntramsdorf in Betrieb genommen.

„Die Wien Energie ist schon heute Österreichs größter Solarstromerzeuger. Bis 2030 werden wir 600 Megawatt zusätzliche Leistung installieren“, verspricht Geschäftsführer Karl Gruber. „Mit diesem Pilotprojekt können wir die vielseitigen positiven Effekte in der Praxis für den Landwirtschaftsstandort Österreich erstmalig veranschaulichen.“ Weitere Agrar-Photovoltaikanlagen seien in Planung.

PV-Anlage steigert Ernteertrag

Die Anlage bringt Vorteile mit sich: Agrar-PV-Anlagen dienen den Ackerkulturen als Bodenschutz durch ihren Schattenwurf. Sie reduzieren die direkte Sonneneinstrahlung auf den Boden sowie die UV-Belastung, vermindern den Wasserverbrauch und schützen den Boden vor Austrocknung. Somit können die Erträge erhöht, die regionale Wertschöpfung kann gesteigert werden.

Guntramsdorf ist bereits jetzt Standort einer der größten Freiflächen-Anlagen Österreichs. 2019 wurde die Anlage nochmals um 1,3 Megawatt Leistung erweitert. Hier wird Ökostrom für rund 1.390 Haushalte produziert. Die neue Agrar-Photovoltaikanlage schließt an diese Erweiterung an. Sie hat eine Leistung von rund 22,5 Kilowattpeak, besteht aus zwei Reihen und 60 Modulen.