Fraunhofer Institut ISC in Würzburg

Geschwungenes Licht als Teil der Architektur

Nach Plänen von Zaha Hadid Architects, London, wurde das Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC in Würzburg um ein Labor- und Technikumsgebäude erweitert: das „Technikum III“.

Deals & Projekte

Die Architektur des Baukörpers präsentiert sich mit einer ungewöhnlichen Fassade aus geschwungenem Glas, die den Kurvenverlauf der Straße aufnimmt.

Der 2.500 m² große Neubau wirkt durch eine überzeugende Funktionalität und bietet neben dem Entree, einigen Besprechungsräumen und Büros vor allem Raum für Labors und Technik mit modernster Ausstattung.

Die Architektur des Baukörpers präsentiert sich in einer ungewöhnlichen Fassade aus geschwungenem Glas Bild: Katrin Heyer für Regiolux

Das Gebäude, in dem innovative Werkstoffe im Bereich Energie, Umwelt und Gesundheit entwickelt werden, erfüllt hohe Ansprüche an Energieeffizienz und Nachhaltigkeit. So wird zur Wärme-Kälte-Gewinnung Solartechnik mit Absorptionskältemaschinen eingesetzt. In die Fassade integrierte Photovoltaik-Module liefern Strom für zwei Elektro-Tankstellen vor dem Gebäude. Bauteiltemperierung unterstützt das Raumklima. Die Lichtsteuerung erfolgt energieeffizient tageslicht- und bewegungsabhängig.

Als Teil der Architektur folgen auch die Lichtbänder der geschwungenen Form des Gebäudes. In den Fluren sind sie freitragend an den Sichtbetonwänden angebracht. Eine besondere Herausforderung für die Planer bestand darin, die Lichtbänder mit möglichst eleganter Kurvenführung zu realisieren – zumal fast keine Deckenabhängung vorgesehen war, um die Betonstruktur zu erhalten.

Bei abgehängten Decken ist das durchgehende SDT-Lichtband mit sichtbarer Schattenfuge eingebaut, sodass die Wirkung eines Lichtkanals entsteht Bild: Frank Freihofer für Regiolux

Neben einer der Gebäudeform angepassten Lösung galt es, mit dem Lichtkonzept den Anspruch an Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit zu erfüllen. Umgesetzt wurde es in enger Kooperation des Architekturbüros Zaha Hadid mit den beauftragten Planern von REA Reinhart Engert Albert Beratende Ingenieure GmbH in Würzburg und den für die Ausführung zuständigen Mitarbeitern der R+S Solutions GmbH von der Niederlassung Erfurt. Die Spezialisten für technisches Licht von Regiolux wurden mit der Realisierung des Lichtbandes für das anspruchsvolle Objekt beauftragt. Der Leuchtenspezialist überzeugte im Angebot sowohl funktional als auch wirtschaftlich mit einer Modifizierung des SDT-Systems. Mit relativ einfachen Mitteln konnte das Lichtband so angepasst werden, dass es die hohen Anforderungen des renommierten Architekturbüros erfüllt.

Das SDT-Lichtband von Regiolux passt sich den geschwungenen Formen des Gebäudes an; die Leitungsführung in Kabelkanälen ist mit Tageslicht- und Präsenzsteuerung in DIM Dali ausgerüstet – und mit einem ausgeklügelten Notlicht-System Bild: Frank Freihofer für Regiolux

In das SDT-Lichtband integrierten die Fachleute von Regiolux eine Sonderanfertigung der hokal-Leuchte, die mit schlanken Abmessungen plan mit der Schienenbreite abschließt. Die Leitungsführung in Kabelkanälen oberhalb der Schiene wurde durchgehend mit Tageslicht- und Präsenzsteuerung in DIM Dali ausgerüstet. Auch ein ausgeklügeltes Notlicht-System konnte integriert werden. Über spezielle Gelenkverbinder wird der Kabelkanal weitergeführt. Dabei wurde größte Sorgfalt darauf gelegt, den Bogen weich zu führen, um Ecken und Kanten zu vermeiden. Das erzielten die Fachleute durch Sonderanfertigungen von 40 cm langen 14-W-Schienen, die mit hokal-Leuchten in gleicher Länge in einheitlicher Struktur kombiniert wurden.

In den Büroräumen und Laboratorien sorgen stail-Varianten mit Microprismen-Raster für die geeignete Beleuchtung von Bildschirmarbeitsplätzen Bild: Frank Freihofer für Regiolux

So erfüllt ein einziges durchgängiges System die unterschiedlichsten Lichtaufgaben im „Technikum III“. In den Fluren ist eine Variante mit geeister Scheibe eingesetzt, die für angenehmes Verkehrslicht sorgt. In den Büroräumen und Laboratorien wurden stail-Varianten mit Microprismen-Raster für das blendfreie Arbeiten an Bildschirmarbeitsplatzen eingesetzt. In den Raumen mit abgehängten Decken ist das SDT-Lichtband mit sichtbarer Schattenfuge eingebaut, sodass die Wirkung eines Lichtkanals entsteht. Durch dieses den individuellen Projektanforderungen des Labor- und Technikgebäudes ideal angepasste System ist es gelungen, sowohl die hohen lichttechnischen als auch die optischen Anforderungen energieeffizient und kostengünstig zu realisieren.

www.eurounitech.at