UMFRAGE UNTER KMU

Im Bau läuft’s wow!

Das aktuelle Klimabarometer der Creditreform zeigt eine Abschwächung der Konjunkturdynamik in Österreichs Wirtschaft. Nur im Bau-Bereich steigen demnach Geschäfts- und Auftragslage. Mit zeitlicher Verzögerung könnte von letzterer Entwicklung auch der baunahe Elektrotechnik-Bereich profitieren.

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Creditreform-Chef Gerhard Weinhofer: "Baubranche ist der Klassenprimus."

Über alle Wirtschaftsbereiche hinweg gab das Klimabarometer der Creditreform für den Herbst dieses Jahres nach. Den deutlichsten Abschwung verzeichnet das verarbeitende Gewerbe mit einem Minus von 17,9 Zählern auf ein Saldo von plus 12,7 Punkten; im Vorjahreszeitraum waren’s noch 30,6 Punkte gewesen. Rekordverdächtig ist hingegen die Entwicklung im Baugewerbe: Hier erhöhte sich der Index um 3,4 Zähler auf plus 33,5 Punkte – das mit Abstand beste Ergebnis im Branchenvergleich.

Das Creditreform-Klimabarometer basiert auf einer Umfrage unter 1.500 mittelständischen Betrieben. Der Index setzt sich dabei zusammen aus den Einschätzungen der Befragten zum eigenen Betrieb, zur Branche und zur allgemeinen konjunkturellen Lage. Aus positiven und negativen Antworten werden jeweils Salden gebildet.

Diesmal erwies sich die Baubranche in allen Bereichen als Klassenprimus – so auch beim Geschäftslage-Index mit einer Verbesserung um zwei Zähler auf 35,6 Punkte und beim Auftragssaldo (plus 23,1 Prozentpunkte im Vergleich zu 22 im Vorjahr). Jedes dritte Unternehmen im Baubereich hatte ein Auftragsplus, nur jedes neunte ein -minus.

Volle Auftragsbücher

Für PUNKTUM-Leser kommen solche Zahlen nicht überraschend. Zeichnete Branchenradar-Chef Andreas Kreutzer in der November-Ausgabe doch ein ähnliches Bild vom Bau.

Hier Kreutzers Analyse in Kompaktform: „Die Auftragsbücher der Bauunternehmen sind voll. Ein- und Zweifamilienhäuser sind ein stabiles Segment mit 17.000 bis 18.000 Baustarts im Jahr. Auch für 2020 sind 17.100 Baustarts prognostiziert. Das Niveau sinkt danach langsam auf 17.000, steigt aber voraussichtlich 2023 schon wieder auf 17.600. Im Geschoß-Wohnbau wird heuer der Höchststand von 40.100 Wohnungen erreicht. Die Baustarts gehen auch hier voraussichtlich nur langsam auf 39.600 Baustarts in 2020, 38.300 in 2021 und schließlich 37.400 im Jahr 2022 zurück. Der Nicht-Wohnbau erreicht bis Jahresende seinen Zenit bei 3,2 Millionen Quadratmetern, um danach leicht zu sinken, 2022 aber wieder von drei auf 3,1 Millionen Quadratmeter zu steigen.“