Firmenpleite

Ist das die erste Elektrotechniker-Insolvenz seit Pandemiebeginn?

GSE Gruber Solar Elektrotechnik will den Standort in Wien schließen und in St. Pölten weitermachen. Der angegebene Grund für das Insovenzverfahren ist allerdings erstaunlich.

Über das Vermögen der GSE Gruber Solar Elektrotechnik GmbH wurde ein Sanierungsverfahren beim Landesgericht St. Pölten beantragt, wie der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) bekannt gab. Der Schwerpunkt der Unternehmenstätigkeit lag in der Durchführung von Elektroinstallationsarbeiten im AKH Wien sowie im Krankenhaus St. Pölten. Betroffen sind 21 Dienstnehmer, die Passiva bei 27 Gläubigern belaufen sich demnach auf rund 450.000 Euro.

Die angegebene Insolvenzursache lässt vermuten, dass die Probleme hausgemacht sind: Das Abgleiten in die nunmehrige Insolvenz wird auf den Verlust sämtlicher erfahrener Schlüsselarbeitskräfte sowie ihres Großauftraggebers zurückgeführt. Mangels geeigneter Schlüsselarbeitskräfte sieht sich die Schuldnerin nicht mehr in der Lage, sich im Wege von Ausschreibungen für Aufträge im Bereich der "Dauerbaustelle AKH" zu bewerben. GSE Gruber Solar Elektrotechnik beabsichtigt, den Standort in Wien zu schließen und den Standort St. Pölten unter Aufsicht des Insolvenzverwalters fortzuführen. 

Der Sanierungsplanvorschlag sieht eine Quote von 20 Prozent der Forderungen an die Insolvenzgläubiger vor, zahlbar innerhalb von 2 Jahren. Die Finanzierung des Sanierungsplanes soll nach eigenen Angaben aus dem laufenden Unternehmensbetrieb sowie durch Eigenbeiträge des Gesellschafters erfolgen. Es wird nunmehr im Rahmen des Insolvenzverfahrens das vorhandene Vermögen inventarisiert und geschätzt. Erst nach diesen Ermittlungen wird eine Stellungnahme zu den Befriedigungsaussichten der Gläubiger möglich sein.

Forderungsanmeldungen können ab sofort über den AKV getätigt werden.