FORUM VERSORGUNGSSICHERHEIT

Keine E-Mobilität ohne Investition in Verteilernetze

Wie kann die Energieversorgung für Elektroautos sichergestellt werden? Die Umstellung öffentlicher und privater Fahrzeuge auf Strombetrieb erfordert einen groß angelegten Ausbau der Verteilernetze. Eine Podiumsdiskussion des Forum Versorgungssicherheit suchte Antworten.

Brigitte Ederer: „Brauchen Lösungen für den Leitungsbau, wenn wir Windstrom von der Nordsee und Solarstrom aus der Sahara nutzen wollen.“

Wollen die europäischen Staaten ihre Klimaziele erreichen, werden sie öffentlichen und privaten Verkehr in den kommenden Jahren fast vollständig auf elektrische Antriebe umstellen müssen. Der gewaltige Mehrbedarf an elektrischem Strom, der daraus resultiert, stellt die Verteilernetze vor große Herausforderungen. Diese sind aber bewältigbar, wenn die Energiewende im Verkehr intelligent geplant wird – so die Aussage des Berliner Experten Urs Maier (Agora Verkehrswende) bei der Podiumsdiskussion des Forums Versorgungssicherheit.

Busse mit Supercaps

In naher Zukunft werden immer mehr Menschen im urbanen Umfeld auf das eigene Auto verzichten, weil sie ein viel günstigeres Angebot an Sharing-Cars und klimafreundlichen Öffis vorfinden, erwartet der CEO der Holding Graz, Wolfgang Malik. Seit 2015 laufen Busse mit sogenannten Superkondensatoren (Supercaps) im Testbetrieb. Diese werden in den Haltestellen mit einer Strommenge aufgeladen, die lediglich bis zum nächsten Halt reicht, dafür dauert das Aufladen nur wenige Sekunden.

Im städtischen Bereich ist der Aufbau einer Lade-Infrastruktur für batteriebetriebene Fahrzeuge deutlich schwieriger als auf dem Land, erklärte der Geschäftsführer der Wiener Netze Thomas Maderbacher. Selbst in Wohnhäusern mit Tiefgaragen lassen sich Ladeboxen meist nicht völlig problemlos installieren, weshalb in Wien die Errichtung von öffentlichen Ladepunkten vorangetrieben wird.