e-Mobility

Lithium als Teil von Elektroautos – sind sie das neue Umweltproblem?

Die E-Mobilität ist ein wichtiger Bestandteil des Erreichens der Klimaziele. Doch ihre Produktion ist nicht durchwegs umweltfreundlich. Ein besonderes Problem stellt das Lithium in den Batterien dar. Und doch machen Vorkommen in Portugal Europa Hoffnung.

Batterien Umwelt Elektromobilität

Elektroautos sind umweltfreundlich – so hätten wir sie zumindest gerne. Doch es gibt ein großes Problem – Lithium. Das chemische Element ist ein essenzieller Bestandteil wiederaufladbarer elektrischer Batterien. Der Abbau ist leider nicht gerade umweltfreundlich.

Quellen für Lithium sind gesucht und gefragt. Das feste Mineral wird in Gestein gefunden und kann trotz seines vergleichsweise geringen Gewichts viel Energie speichern. Der Run auf Lithium wird indirekt durch die EU unterstützt, die mit Geldern in Millionenhöhe den Umstieg auf Elektromobilität fördert. Schließlich machen Autos mit Verbrennungsmotoren zwölf Prozent der Treibhausgasemissionen Europas aus – ein Wert, der bis 2030 um mehr als ein Drittel sinken soll, wenn man die Pariser Klimaziele erreichen will. Heute gibt es in Europa etwa zwei Millionen E-Autos. In zehn Jahren könnten es 40 Millionen sein.

„Verschmutzende Prozesse“

Vorkommen wurden unter anderem auch in Österreich entdeckt, große Hoffnungen werden auf Portugal gesetzt. Noch muss Europa den Großteil seines Lithiums aber importieren. Über die Hälfte des weltweiten Abbaus geschieht in Australien. Würde mehr von dem Mineral in Europa abgebaut, wäre das für den Kontinent eine Erleichterung hinsichtlich Logistik und Versorgungssicherheit. Auch würden durch kürzere Transportwege weniger Treibhausgase freigesetzt. Aber es wird auch vor negativen Auswirkungen auf die Umwelt gewarnt. „Wenn jeder ein Elektroauto haben soll, bedeutet das auch große Mengen an Abbau, Raffination und all die verschmutzenden Prozesse, die damit verbunden sind“, sagt Thea Riofrancos, Ökonomin am Providence College in Rhode Island, in The Guardian.

https://youtu.be/AsxjjLbn28Q

Befürworter des Abbaus in Portugal weisen hingegen daraufhin, dass auch Windräder und Solaranlagen ihre negativen Umweltauswirkungen haben – langfristig gesehen aber dazu beitragen, CO2-Emissionen zu reduzieren. Das Förderunternehmen Savannah Resources rechnet vor, dass sie in elf Jahren so viel Lithium in Portugal abbauen könnten, dass die entstehenden Batterien insgesamt 100 Millionen Tonnen CO2 verhindern würden.

Ob verstärkter Abbau in Europa oder nicht – Marktforscher sprechen von einem zwölffachen Wertsteigerung für Lithium in den kommenden zehn Jahren. Doch auch Ideen für Recycling des Minerals – es ist schließlich nicht nur in Autobatterien, sondern auch Smartphones und Laptops zu finden – hört man immer mehr. Doch damit dies zur Lösung werden kann, müssten wahrscheinlich mehr Inzentive für die Hersteller der Batterien geboten werden – denn noch macht Lithium nur einen geringen Teil der Herstellungskosten aus.