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Offene Automatisierungsplattformen braucht die Industrie

Was nützen zukunftsweisende Technologien wie Augmented Reality und Predictive Maintenance, wenn die Automatisierungsplattform geschlossen ist? Das Automatisierungsunternehmen Schneider Electric wittert den Zeitpunkt für einen dringend notwendigen Umschwung.

Im Zeitalter von maschinellem Lernen, Augmented Reality, Echtzeitanalyse und IIoT steht eines diesen Technologien und den Möglichkeiten, die sie bieten, im Wege – geschlossene Automatisierungsplattformen. Denn die Plattformen basierend auf der viele Jahre erfolgreichen Norm IEC 61131-3 behindern Best-of-Breed-Technologien sowie die Integration von Drittanbieterkomponenten. Außerdem gestalten sie die Aufrüstung und Wartung teurer.

Aus diesen Gründen setzt die IT-Branche schon lange auf offene Plattformen – nicht so aber die industriellen Technologien. Das französische Automatisierungsunternehmen Schneider Electric sieht einen großen Nachholbedarf in Sachen industrieller Automatisierung.

„Die Welt der IT hat die Vorteile offener Betriebsplattformen bereits erkannt – jetzt ist die Industrie an der Reihe”, sagt Peter Herweck, Executive Vice President Industrial Automation bei Schneider Electric. „Die Systemarchitekturen der Industrieautomation haben die Industrie dorthin gebracht, wo wir heute stehen. Aber sie sind nicht in der Lage, die Agilität und Belastbarkeit zu bieten, die für moderne Industriebetriebe von größter Bedeutung sind. Um alle Versprechen der vierten Industriellen Revolution zu verwirklichen, müssen wir unsere Technologiemodelle neu überdenken. Wir müssen unsere Plattformen öffnen, Software von Hardware entkoppeln sowie Agilität und Skalierbarkeit der Systeme radikal verbessern.“

Für eine offene Automatisierung benötigt es Softwarekomponenten, die auf dem IEC 61499-Standard basieren und von der Hardware unabhängig sind. Durch einheitliche und herstellerübergreifende Automatisierung würden sich der Industrie auch mehr Wachstumschancen bieten.

„Die Industrie ist an der Reihe“

Das entsprechende Produkt von Schneider Electric heißt EcoStruxure Automation Expert und ermöglicht Automatisierungsanwendungen mit anlagebezogenen, Hardware-unabhängigen und portablen Softwarekomponenten.

Mit der Plattform können Anwendungen auf die Hardware-Systemarchitektur ohne hohen Programmieraufwand verteilt werden. Software-Best-Practices werden unterstützt, um Automatisierungsanwendungen, die mit IT-Systemen zusammenarbeiten, einfacher erstellen zu können.

https://youtu.be/YaLN6gmGjMY

Die erste Version von EcoStruxure Automation Expert unterstützt klassische Automatisierungsplattformen wie beispielsweise speicherprogrammierbare Steuerungen der Modicon-Serie, Frequenzumrichter der Altivar-Reihe und Industrie-PCs. Aber auch komplexe Regelalgorithmen können für mehrere Antriebe programmiert und an den Antriebsregler verteilt werden, ohne dass eine zentrale SPS erforderlich ist. Ein virtualisierter Software-Controller, der in Docker-basierten Linux-Containern läuft, unterstützt verteilte Informations- und Steuerungssysteme in Edge-Computing-Architekturen.

Mit EcoStruxure Automation Expert sind Technologien wie Predictive Maintenance und Digital Twin möglich, was die Anlagen- und Personaleffizienz erheblich steigern kann. Durch die Integration von Altsystemen mit einem Wrap-and-Reuse-Konzept können außerdem die Gesamtbetriebskosten gesenkt werden.

„Um das Potenzial der nächsten Generation voll auszuschöpfen, müssen wir uns eine neue Denkweise zu eigen machen“, sagt Fabrice Jadot, Senior Vice President, Next Generation Automation bei Schneider Electric. „Die Arbeit an gemeinsamen, offenen Standards ist von entscheidender Bedeutung, um die herstellerübergreifende Interoperabilität zu realisieren und nahtlose Schnittstellen von der Lieferkette über die Fertigung und Produktion bis hin zum Endkunden zu gewährleisten.“