BRANCHENRADAR-CHEF ANDREAS KREUTZER:

„PV-Markt lief zuletzt katastrophal!“

Nichts zu lachen haben die heimischen Hersteller von Photovoltaik-Paneelen: Die Hälfte des Marktes gehört bereits der asiatischen Konkurrenz, die auch die Preise hinunterzieht – 2019 im Schnitt um elf Prozent. Seine brandaktuelle Branchenradar-Studie erläutert Andreas Kreutzer exklusiv im Gespräch mit Elektropraxis.at

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Andreas Kreutzer: „Im Vergleich zu Deutschland sind Rahmenbedingungen hierzulande unattraktiv!“

Die aktuellen Branchenradar-Zahlen zu den Märkten der Sicherheitsleuchten und der Kabelverlegetechnik finden Sie in der kommenden Dezember-Ausgabe von PUNKTUM. Auf Elektropraxis.at lesen Sie die Analyse des Photovoltaik-Marktes in Kurzform.

Die Preise am Photovoltaik-Markt brechen weiter ein, da helfen auch Antidumping-Zölle nichts: „Die europäischen Hersteller müssen mitziehen“, erläutert Andreas Kreutzer. „Wobei die Marktentwicklung in Österreich besonders katastrophal ausfällt.“ Nach einem Preiseinbruch von jeweils acht Prozent in den beiden vorangegangenen Jahren wird das Minus beim Durchschnittspreis heuer sogar bei 10,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr liegen und sich in den kommenden Jahren bei fünf bis sechs Prozent einpendeln. Mit dem Ergebnis, dass der Preis pro Kilowatt peak im Jahr 2021 voraussichtlich bei 400 Euro liegen wird – verglichen mit 600 Euro in 2016.

Nachfrage nach Photovoltaik sank

Doch nicht nur der Preis, auch die Nachfrage geht heuer zurück – um voraussichtlich 3,4 Prozent auf rund 163 Megawatt peak neuinstallierte Leistung. Rückläufig war insbesondere die Nachfrage bei Ein- und Zweifamilienhäusern. Große Nachfragezuwächse gab’s in keinem Bereich, auch wenn der Nicht-Wohnbau und der mehrgeschoßige Wohnbau etwas anzogen. Kreutzer: „Im Vergleich zu Deutschland sind Einspeisetarife wie auch Bewilligungsprozesse viel zu unattraktiv und langwierig. Da muss sich unter der kommenden Regierung viel ändern.“

Wie stark der Markt von Förderungen abhängig ist, zeigt das Auf und Ab in Niederösterreich: Auf 26 Prozent Plus in 2017 folgte ein Minus von 23 Prozent im darauffolgenden Jahr. Heuer kommt der PV-Bereich im flächenmäßig größten Bundesland auf minus sieben, kommendes Jahr auf voraussichtlich plus sieben Prozent.