WEIDMÜLLER ZU CHINA:

„Schnelle wirtschaftliche Erholung nach Corona“

„In China waren wir schon zu Jahresanfang mit den Auswirkungen der Corona Krise konfrontiert“, erklärt Finanzvorstand André Sombecki anlässlich einer virtuellen Weidmüller-Pressekonferenz. Im März hätte sich die Lage jedoch schnell erholt. Das gebe auch Hoffnung für Europas Wirtschaftsaufschwung.

Das Weidmüller-Management: Timo Berger, Volker Bibelhausen und André Somecki.

Der Ausblick für das Jahr 2020 gestaltet sich aufgrund der aktuellen Lage in der Covid-19 Pandemie schwierig, bekennt Weidmüller-Finanzvorstand André Sombecki: „Bereits zu Beginn des Jahres gab es viele Unsicherheitsfaktoren, die uns verhalten in die Zukunft haben schauen lassen.“ Im ersten Quartal verzeichnete Weidmüller noch eine Auftragslage auf Vorjahresniveau.

Im April hat sich die Auftragslage – wenig überraschend – deutlich abgeschwächt. „Von daher sind wir zufrieden, dass wir trotz aller Unwägbarkeiten, bisher passabel durch diese Krise gehen konnten. Wir sehen die Abschwächung und müssen weiterhin als vorsichtige Kaufleute agieren.“ Alle Optionen werden in Betracht gezogen, um auf eine geänderte Situation kurzfristig reagieren zu können. Für den administrativen Bereich bei Weidmüller ist etwa Kurzarbeit für den Monat Mai geplant.

Vorsichtiger Wirtschaftsaufschwung in China

Wie so viele Unternehmen fährt Weidmüller – angesichts der schwer einzuschätzenden Entwicklungen – zurzeit noch „auf Sicht“. Vertriebsvorstand Dr. Timo Berger sieht jedoch auch positive Signale: „In China waren wir schon Anfang des Jahres mit den Auswirkungen der Corona Krise konfrontiert. Hier hat sich die Lage im März allerdings relativ schnell wieder erholt. Daran sehen wir, dass sich die Wirtschaft nach einer Krisensituation schnell erholen und wieder Fahrt aufnehmen kann. Etwas, wovon auch wir derzeit für das zweite Halbjahr 2020 ausgehen.”

Der nächste Wirtschaftsaufschwung kommt bestimmt. Schon jetzt würden die Weichen gestellt, um spätestens 2021 wieder richtig durchzustarten. Planungen und Investitionen in Standorte und Technologien seien ohnedies langfristig angelegt. „Diese Bedingungen stimmen uns zuversichtlich, dass wir als Unternehmen und Gesellschaft gestärkt aus dieser Krise hervorgehen werden“, ist Vorstandssprecher und Technologievorstand Volker Bibelhausen sicher. „Die entsprechenden Produkte und Lösungen sowie die richtige Mannschaft haben wir dazu.“

Gewinner und Verlierer im Jahr 2019

Durchwachsen fällt der Rückblick auf 2019 aus: In einem schwierigen Marktumfeld erwirtschaftete Weidmüller einen Umsatz von 830 Millionen Euro (plus ein Prozent). „Angesichts der Eintrübung der Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte sind wir mit dem Ergebnis zufrieden“, so Bibelhausen. Durch den Einstieg in Zukunftsmärkte wie jenen der Elektromobilität, die weitere Automatisierung und das Geschäft mit IIoT-Lösungen soll für die Zukunft der Turbo gezündet werden.

Um ein Prozent wuchsen die Bereiche Tragschienenkomponenten, Markierer, Drucker, Montage und Beratung. Bei intelligenten Komponenten und Lösungen betrug das Wachstum sogar sechs Prozent. „Getragen wurde das Geschäft hier von einer starken Nachfrage nach unserer neuesten Reihenklemmen Familie, Automatisierungsprodukten um u-remote sowie nach unseren Stromversorgungen“, erklärt der Vorstandssprecher. Lediglich der Bereich der Geräte- und Feldverdrahtung sowie das OEM-Geschäft lagen mit minus drei Prozent unter Vorjahr.

Zentrale, Weidmüller © Weidmüller

60 Millionen Euro investierte Weidmüller im Vorjahr in Modernisierung und Ausbau der Standorte.