Lokalaugenschein im Assisted Living Labor:

Sicheres und komfortables Wohnen dank Smart-Home-Lösungen

Die FH Technikum Wien und KNX Austria luden gemeinsam ins neu geschaffene Assisted Living Labor in Wien, in dem moderne Smart-Home-Lösungen und Assistive Technologien für Menschen mit Behinderung bzw. ältere Menschen demonstriert werden können.

Blick in das Assisted Living Labor der FH Technikum Wien

Smart-Home-Lösungen machen den Alltag sicherer und komfortabler. Die Tools reichen von der Steuerung über Smartphone, Tablet und Sprachsteuerungen bis hin zu Smart-Home-Installationen, die Heizung, Klima, Beleuchtung und Beschattung energieeffizient steuern und potenzielle Gefahren wie aktivierte Küchengeräte, offene Fenster oder Brände melden. Mittels Smartphone können die Bewohner sogar daran erinnert werden, ihre Medikamente rechtzeitig einzunehmen.

Sicherer und komfortabler Alltag

„Smart Homes sollen unser Leben generell einfacher, sicherer und energieeffizienter machen. Dafür werden Geräte in einem Haus digital vernetzt und kontrolliert. Die automatisierten Abläufe können an die jeweiligen Gewohnheiten und Bedürfnisse der Bewohner oder an Witterungsbedingungen angepasst werden. Der Trend der Gebäudeautomation spricht nicht nur Technikbegeisterte an. Besonders ältere Menschen oder körperlich beeinträchtigte Personen können von sogenannten Assistiven Technologien profitieren“, betont Markus Zack, Obmann der KNX Austria.

Als Assistive Technologien (AT) bezeichnet man technische Hilfsmittel für Menschen mit Behinderung und ältere Menschen. Durch die Kombination solcher Hilfsmittel mit Smart-Home-Lösungen in ihrem persönlichen Wohnumfeld gewinnen diese Personen ein hohes Maß an Autonomie im Alltag, mehr Lebensqualität und Komfort. Viele dieser technischen Lösungen sind im Assisted Living Labor der FH Technikum Wien ausgestellt und können dort ausprobiert werden.

Tests und Entwicklungen im Assisted Living Labor

„Seit mehr als zehn Jahren beschäftigt sich die ‚Fakultät für Electronic Engineering‘ der FH Technikum Wien mit Smart Homes und Assistiven Technologien. Im Mai 2019 haben wir unser Assisted Living Labor eröffnet. Auf über 250 Quadratmetern – bestehend aus Seminarbereich, Küche, Wohn-, Schlafbereich sowie Nassräumen – können moderne Smart-Home-Technologien getestet und vorangetrieben werden. Besonderer Fokus liegt auf der Entwicklung barrierefreier Bedien-Technologien“, erklärt FH-Prof. Friedrich Praus, Studiengangsleiter „Smart Homes und Assistive Technologien“ der FH Technikum Wien.

Smart-Living-Forschungsprojekte an der FH Technikum Wien

Besonders für Menschen mit starken motorischen Beeinträchtigungen sind alternative Bedien-Technologien hilfreich. Je nach verbleibender Restmotorik werden entsprechende Lösungen erarbeitet, die sich mit Muskeln, Augenbewegung (Eyetracking) oder Sprache steuern lassen. Dabei kommen bioelektrische Signale und immer öfter kameragestützte Verfahren zur Anwendung. So wurde etwa die FlipMouse entwickelt, die wie eine normale Computer-Maus funktioniert, aber mittels minimaler Fingerbewegungen oder mit den Lippen verwendet werden kann. Die Kamera-Maus wiederum erkennt einfache Kopfbewegungen und steuert abhängig davon die Maus des Computers. AsTeRICS-Grid ist eine Open Source-Web-Applikation für unterstützte Kommunikation, mittels derer sich Menschen mit eingeschränkter Ausdrucksfähigkeit sehr einfach verständigen können. Das AsTeRICS-Grid System kann außerdem dazu verwendet werden, die Umgebung zu steuern: Über verschiedene Icons am Bildschirm oder Smartphone können das Licht sowie die Beschattung im Haus verändert, elektronische Geräte gesteuert oder die Temperatur geregelt werden.

Im Rahmen des Projektes „Wissensdrehscheibe für barrierefreie Technologien“, das von der Stadt Wien (MA-23) gefördert wird und am 1. September 2019 startet, stellt die FH Technikum Wien Expertise zu den Themen Smart Homes und Assistive Technologien für Unternehmen, Organisationen und andere Interessenten zu Verfügung und entwickelt individuelle Lösungen für einen barrierefreien Zugang zu Informationstechnologien.

Für heimische Elektrotechniker, die sich mit Smart-Home-Anwendungen beschäftigen, eröffnen sich, wie Markus Zack erläutert, neue zusätzliche Möglichkeiten: durch die Zusammenarbeit mit Absolventen des Studiengangs „Smart Homes und Assistive Technologien“ der FH Technikum Wien. Das Know-how dieser Spezialisten ist die Basis für die gemeinsame Realisierung von Projekten, an die man bislang kaum denken konnte.

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