Telekommunikation

Warum 5G energieeffizienter werden muss

Klimaschutz und Kostenersparnis sind gute Gründe, den Mobilfunk-Standard energiesparsamer zu gestalten. Doch wo ansetzen? Ein neues Whitepaper gibt Antworten.

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5G und Energieeffizienz – passen die beiden Begriffe überhaupt zusammen? Laut dem chinesischen Telekommunikationsausrüster ZTE und GSMA Intelligence, einem Unternehmen für Telekommunikationsforschung, muss das eine das andere tatsächlich nicht ausschließen. Die beiden haben zusammen zu dem Thema nun ein Whitepaper veröffentlicht – doch für einen energieeffizienten 5G-Standard müssen demnach auch einige Parameter erfüllt werden.

Laut dem Whitepaper, das im Zuge eines 5G-Summits von ZTE geschrieben wurde, braucht es für eine Reduktion im Energieverbrauch von Funkzugangs-Basisstationen unbedingt eine individuelle Behandlung jedes einzelnen Teils des Netzes. Einzelne Geräte, die zum Einsatz kommen, müssen also selbst im Energieverbrauch effizienter gestaltet werden. Batterien etwa müssen sparsamer Natur sein – das wäre laut Whitepaper eine besonders wirksame Option. Eine weitere Möglichkeit ist, künstliche Intelligenz zum Einsatz zu bringen, um Ruhezustände smarter zu gestalten und den Netzwerkeinsatz gezielter zu planen.  

„Großer Teil der Kostenbasis“

Die Energieeinsparung von Mobilfunknetzen ist ein wichtiges Thema. Der Stromverbrauch in der Branche steigt immer weiter an, da Nutzer vermehrt über Smartphones verfügen und diese vermehrt bandbreitenintensiv verwenden, etwa zum Streamen von Videos. Länder haben ein Interesse daran, die Klimaschutzziele zu erreichen und Betreiber daran, ihre Betriebskosten der Netze zu senken. „Energie ist ein sehr großer Teil der Kostenbasis für die Betreiber, der zwischen 20 Prozent und 40 Prozent der Opex in der gesamten Branche ausmacht“, sagt Tim Hatt, Forschungsleiter bei GSMA Intelligence.

Laut ZTE und GSMA Intelligence verbraucht das drahtlose Zugangsnetz den größten Teil der Energie des Mobilfunknetzes. Die Unternehmen gehen in ihrem Whitepaper davon aus, dass sich der Datenverkehr bis 2025 pro Benutzer verdreifachen wird. Der Auf- und Ausbau von LTE- und 5G-Netzen bedeutet für viele Industrien und private Nutzer mehr Möglichkeiten – aber eben auch einen höheren Energieverbrauch in den Netzen.

„Mit energieeffizienten Netzwerktechnologien und einer Neugewichtung der Brennstoffquellen hin zu erneuerbaren Energien schreiten die Dinge schnell voran, da immer mehr Telcos ehrgeizige Gleitpfade in Richtung kohlenstoffneutraler und schließlich Netto-Null-Emissionen setzen“, so Hatt. In den letzten Jahren hat ZTE bereits über 500 5G-Innovationspatentanmeldungen in Verbindung mit Energieeffizienz eingereicht.