PHOTOVOLTAIK- & SPEICHER-TAGUNG

„Zwei Kilowatt pro Kopf“

Anlässlich von Österreichs größter Veranstaltung für PV- und Stromspeicher-Branche ließ PVA-Vorstandschef Herbert Paierl mit einem Vorschlag aufhorchen, wie 100 Prozent erneuerbarer Strom bis 2030 zu schaffen sei: In jeder Gemeinde sollten zumindest zwei Kilowatt je Einwohner an PV-Leistung installiert werden

Herbert Paierl: „Braucht zwei Kilowatt installierter PV-Leistung pro Einwohner.“

Positiv war die Stimmung bei Österreichs größter Veranstaltung der Photovoltaik- und Stromspeicher-Branche. Das ist wohl auch auf die zuvor beschlossene Verlängerung der entsprechenden Förderungen für die nächsten drei Jahre zurückzuführen.

Gleich am ersten Tag des auf zwei Tage anberaumten Branchen-Events wurde die Ausschreibung des Innovations-Awards für bauwerkintegrierte Photovoltaik gestartet. Einen Blick auf die europäische Entwicklung warf Marko Topic, der zurzeit dem europäischen TPPV-Pendant PVSEC vorsitzt: „Während in der EU bis 2016 etwa 100 Gigawatt Photovoltaik aufgebaut wurden, ist der Zubau in den letzten beiden Jahren auf 15 Gigawatt zurückgegangen.“ Dennoch habe die PV-Ära gerade erst begonnen. Drastische Preisrückgänge am PV-Markt machen aus seiner Sicht den beschleunigten Ausbau in nächster Zukunft wahrscheinlich.

16 Gigawatt bis 2030

Mit dem Beschluss des PVA-Notpakets Ende September und den darin enthaltenen zusätzlichen Fördermitteln wird auch in Österreich ein Marktwachstum ausgelöst. Doch das wird nicht ausreichen, um das anvisierte Ziel einer Vollversorgung mit PV-Strom zu erreichen, so PVA-Vorstandschef Herbert Paierl.

Er fordert daher nicht nur eine österreichweite PV-Verpflichtung für neue Gebäude. Vielmehr sollten in jeder Gemeinde zumindest zwei Kilowatt pro Einwohner an PV-Leistung installiert werden. Bei acht Millionen Österreichern wären das 16 Gigawatt – exakt der PV-Ausbau, den Österreich braucht, um 100 Prozent erneuerbaren Strom bis 2030 zu schaffen.