Wien Energie übernimmt ImWind : Wien will Ökostrom-Leistung bis 2030 verdoppeln
Der Windpark Mönchhof ist mittlerweile Teil des Wien Energie Ökostrom-Portfolios.
- © Klaus RockenbauerGrünes Licht für die Akquise des österreichischen Anlagenbetreibers ImWind durch Wien Energie: Nach Zustimmung der zuständigen Wettbewerbsbehörde durfte Wien Energie alle Anteile des heimischen Wind- und Solarkraftpioniers erwerben. Damit erweitert die Wien das Ökostrom-Portfolio des städtischen Energieversorgers unmittelbar um 52 Windkraftanlagen und vier Photovoltaik-Großanlagen. ImWind bleibt mit seinen rund 100 Mitarbeitenden weiter als Unternehmen und Marke am Markt bestehen.
Wien Energie investiert dabei nicht nur in die bestehenden Anlagen, da viele Projekte bereits genehmigt sind und daher rasch umgesetzt werden können: Bis 2030 will Wien Energie mit ImWind Wind-, Sonnen- und Wasserkraft-Anlagen an bis zu 200 Standorten in Österreich die Erneuerbaren-Leistung auf bis zu 1.800 Megawatt mehr als verdoppeln und damit alle rund 959.000 Wiener Haushalte mit Ökostrom versorgen.
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1.000 Megawatt mehr Grünstrom bis 2040
Mit dem Zusammenschluss betreiben Wien Energie und ImWind in Summe 526 Photovoltaikanlagen sowie 26 Wasserkraftwerke und 145 Windkraftanlagen. Mit einer gemeinsamen Leistung von 800 Megawatt in Österreich können sie gemeinsam schon jetzt den Strombedarf von umgerechnet mehr als 900.000 Wiener Durchschnittshaushalten decken. Kommen die Projekte dazu, die bereits genehmigt sind oder kurz vor der Umsetzung stehen, erreicht das Leistungspotential bis 2030 rund 1.800 Megawatt an Wind-, Sonnen- und Wasserkraft an bis zu 200 Standorten.
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Bis 2040 ist außerdem ein Ausbau an bis zu weiteren 100 Standorten mit einer Gesamt-Ökostrom-Leistung von 2.800 Megawatt geplant. Das soll reichen, um zusätzlich auch den gesamten Verkehrssektor 2040 mit erneuerbarem Strom zu versorgen. Wind-, Wasser- und Sonnenkraft sowie flexible Kraftwerke auf Grüngas-Basis werden künftig die 40 Jahre alten, fossilen Wiener Gaskraftwerke in Simmering und Donaustadt ersetzen. Denn „niedrige Energiepreise kann es nur durch Unabhängigkeit vom Gas geben", bekräftigt Bürgermeister Michael Ludwig, der in der Übernahme auch eine Stärkung des Wirtschaftsstandorts Wien sieht.
Das Investment in Photovoltaik und Windkraft hat eine für Wien eine vielschichtige strategische Bedeutung: Die Eigenproduktion von Strom durch PV und Wind reduziert die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und stabilisiert damit die Energiekosten für Unternehmen. Gleichzeitig sollen die Investitionen die Wirtschaft ankurbeln – allein die Investitionen von Wien Energie der letzten fünf Jahre sichern laut WIFO-Analysen 10.000 Arbeitsplätze. „Vor allem in den Wintermonaten wird die gesteigerte Stromproduktion aus der Windkraft uns unabhängiger machen", äußert sich Stadträtin Ulli Sima dazu.
Wiener Grünstrom-Tradition
Die Erneuerbaren haben in Wien inzwischen quasi Tradition: Das erste Windrad Wiens auf der Donauinsel wurde im Mai 1997 erbaut und zählt mittlerweile zu den kleinsten Windkraftwerken hierzulande. Insgesamt stehen in Wien neun Windkraftanlagen, fünf davon von Wien Energie. Zusammen mit den sich in Bau befindlichen Windparks Ebreichsdorf und Loidesthal II verdoppelt Wien Energie ihre bisherige Windkraft-Leistung in Österreich 2026 auf insgesamt 520 Megawatt.
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Mitte der 90er startete auch der Photovoltaik-Ausbau in der Hauptstadt. Zu den ersten öffentlichen Anlagen gehörten etwa eine Photovoltaikanlage am Theodor Körner Hof und bei der UNO-City. Gemeinsam mit ImWind hat Wien Energie aktuell 526 Photovoltaik-Anlagen. Zu den eigenen Anlagen zählt unter anderem die Schafflerhofstraße im 22. Wiener Gemeindebezirk mit 17 Megawatt, die neben der Erzeugung von Sonnenstrom auch 150 Juraschafen eine Weidefläche bietet.
Energie aus Wasserkraft beziehen die Wiener*innen überhaupt schon seit über 100 Jahren (Kraftwerk Opponitz in Niederösterreich). Seit 1998 ist das Wasserkraftwerk Freudenau in Betrieb und versorgt 280.000 Haushalte. Wien hat zudem mit dem Kleinkraftwerk Nussdorf eines der "schönsten" Wasserkraftwerke des Landes, unter der bekannten Brücke von Jugendstilarchitekt Otto Wagner.