ELEKTRIKER LEHRE

Corona Krise verschärft den Fachkräftemangel

Energie AG-Chef Werner Steinecker hat selbst einmal eine Elektriker Lehre absolviert. Er weiß daher, wovon er spricht: „Die Zukunft der Lehre ist gefährdet – wenn wir nicht schnell handeln!“

Das Team von zukunft.lehre.österreich – Anton Santner, Robert Machtlinger, Mario Derntl und Werner Steinecker – mit Marktforscher David Pfarrhofer (2.v.l.).

Die Corona Krise hat massive Auswirkungen auf die Lehrlingsausbildung – das zeigt eine von zukunft.lehre.österreich (z.l.ö.) in Auftrag gegebene Studie. „Die Zukunft der Lehre ist gefährdet“, warnt z.l.ö.-Präsident Werner Steinecker. „Wenn wir nicht schnell handeln und mit konstruktiven Lösungsansätzen gegensteuern, wird sich der bereits jetzt stark spürbare Fachkräftemangel weiter vergrößern.“ Werner Steinecker hat selbst eine Elektriker Lehre abgeschlossen und ist heute Generaldirektor der oberösterreichischen Energie AG.

Das Ergebnis einer aktuellen Studie des Marktforschungsinstituts market: Aufgrund von Covid-19 werden in den Jahren 2020 und 2021 viele Lehrstellen vom Markt verschwinden. Die Hälfte der Lehrbetriebe ist von der Corona Krise stark betroffen, ein Viertel plant, weniger Lehrlinge aufzunehmen. Österreichweit wären das um 10.000 Lehrstellenplätze weniger: 3.500 davon im Handel, 3.000 in Gewerbe und Handwerk, 2.000 in Tourismus- und Freizeitwirtschaft sowie knapp 1.000 in der Industrie. Das könnte auch negative Auswirkungen auf die Elektriker Ausbildung haben und in weiterer Folge das Personalproblem der Branche verschärfen. Denn: nach der Corona Krise ist vor dem Fachkräftemangel.

Lehrlingspaket gegen den Fachkräftemangel

„Durch den Verzicht auf die Einstellung neuer Lehrlinge entsteht ein massiver und nachhaltiger Schaden für die duale Ausbildung“, erklärt Studienautor David Pfarrhofer. Steinecker: „Wir dürfen trotz der Krise die Zukunft nicht aus den Augen verlieren. Ausbildung und Weiterbildung sind die Grundlage unserer zukünftigen wirtschaftlichen und sozialen Erfolge. Gerade was unsere Lehrlinge und somit die Fachkräfte der Zukunft betrifft, braucht es für Unternehmen daher Unterstützung.“

Gefordert wird ein Lehrlingspaket. Eine Möglichkeit wäre etwa die Unterstützung der Lehrbetriebe mit 25 Prozent des Lehrlingseinkommens im ersten Lehrjahr. Laut Befragung würde in diesem Fall rund ein Viertel der Lehrbetriebe mehr Lehrlinge einstellen. Lehrplätze, die von der Streichung bedroht sind, könnten zudem gerettet werden.

Studie, Fachkräftemangel, Marktforschungsinstitut, market © market

Die Auswirkungen von Covid-19 auf die Lehre untersuchte das market-Institut.