MITARBEITER IN DER CORONAKRISE

Zurück zur (neuen) Arbeits-Normalität

Nach Shutdown, Kurzarbeit, Home Office und Home Schooling sind viele Mitarbeiter eher erschöpft als erholt. „Was können Unternehmen tun, um der Arbeit in der Coronakrise Sinn und Ziel zu geben?“, fragt ELEKTROPRAXIS-Autor Richard Gappmayer.

Die Coronakrise sorgte für Mehrfachbelastung der Mitarbeiter. Wie kann nun der Start in die neue Arbeitsnormalität erfolgen?

Die Ausbreitung der Corona Pandemie wurde eingedämmt. Vermutlich werden daher im kommenden Juni viele Mitarbeiter wieder an ihre Arbeitsplätze zurückkehren. Erholt, motiviert und energiegeladen für die Arbeit nach der langen Pause könnte man meinen. Ist das wirklich so?

Ich denke vielmehr, dass die meisten Menschen, die nun wieder ins Zentrum des Tuns geschossen werden, urlaubsreif sind. Ihr Leben in Zeiten von Ausgangsbeschränkungen, unter Berieselung von negativen News und Restriktionen hat sie mürbe gemacht und abgestumpft. Wie auch das Verweilen im Home-Office, mit Kindern, die Hausaufgaben-Betreuung fordern und genervt sind vom familiären Stress wegen all der Enge.

Und aus dieser Situation heraus soll es nun zurück in die neue Arbeits-Normalität gehen? Jetzt sollen Mitarbeiter 120 Prozent Leistung erbringen und die Unternehmen retten? Das ist mehr als illusorisch. Und doch gibt es Lösungen.

Vertrauensbasierte Unternehmenskultur in der Coronakrise

Unternehmertum, Wertschätzung, Achtsamkeit und Offenheit, weniger Hierarchie und mehr Eigenverantwortung, eine Fehlerkultur mit entsprechenden Freiräumen und Sinnstiftung über die eigentliche Arbeit hinaus sind wichtig. Zudem versuchen Unternehmen nun, Hindernissen und Widerständen, Ängsten vor Veränderung und vor Versagen zu begegnen.

Kann das funktionieren? In der aktuellen Coronakrise wird Zusammengehörigkeit digital. Sie wird dabei auch neu definiert. Die gemeinsame Herausforderung bewirkt eine stärkere Bereitschaft und Fähigkeit zu konstruktiver Veränderung. Sie sorgt auch für mehr Wertschätzung für operative Tätigkeiten, eine stärkere Priorisierung von wirklich wichtigen Themen und den Aufbau einer vertrauensbasierten Unternehmenskultur. Genau darin liegt eine erhebliche Chance für Unternehmen.

 Die Aufgabe von Strategien ist es, Orientierung aus der kurz- mittel- und langfristigen Bewertung des Unternehmensumfelds zu gewinnen. Eine Aufgabe, die in den letzten Monaten nicht einfacher geworden ist. Kurzfristig hilft dabei der vertrauensvolle Blick auf bereits laufende Entwicklungen und Anpassungen. Aber auch mehr Fokus auf das Stärken von „Purpose“, also von Sinn und Ziel, und mehr Engagement im Geiste der Corporate Social Responsibility.

Hack your Business

Als erster Schritt bietet sich auf dem Weg zur neuen Normalität ein kurzer „Hack your Business“ an: Ausgehend von einem Check des aktuellen Geschäftsmodells und des Leistungsprofils und im Abgleich mit Entwicklungen in der jeweiligen Branche werden dabei Notwendigkeiten und Möglichkeiten zur Weiterentwicklung von Geschäftsfeldern deutlich.

Dazu als Unternehmen rechtzeitig die richtigen Fragen zu stellen, ist die Basis zukünftiger Erfolge. Wie sehen Führungs-Konzepte der Zukunft aus? Wie können Mitarbeiter und Teams ihre intrinsische Motivation wieder zum Leben erwecken? Wie kann Optimismus in der Coronakrise abermals die Oberhand im Unternehmen gewinnen? Hier gilt es, mit Klarheit und Wahrheit an die Potenziale der Situation heranzugehen. Um nicht gleich in die nächste Krise zu schlittern, sondern die neue Arbeits-Normalität entsprechend positiv anzunehmen.

Zum Autor:

Richard Gappmayer ist Unternehmensberater, Lifecoach und erfolgreicher Buchautor. Mehr über den ELEKTROPRAXIS-Autor erfahren Sie auf seiner Website.

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