Labor Strauss Gruppe : Von Wien in alle Welt: Brandschutz für Batterie & Co.

Labor Strauss Gruppe Stefan Friedl

Internationales Wachstum lautet die Devise von Labor-Strauss-Chef Stefan Friedl.

- © Labor Strauss Gruppe

Elektropraxis: Mit Jahresbeginn wurden die Aktivitäten Ihrer vier deutschen Töchter in einem Unternehmen gebündelt. Wie kam es überhaupt zu dieser Struktur?

Stefan Friedl: Es handelte sich um regionale Niederlassungen, die zwar autark voneinander gearbeitet haben, aber von Wien aus gesteuert wurden. Um effizienter zu werden und erfolgreicher am Markt agieren zu können, haben wir die Standorte in einer neuen LST-Deutschland GmbH unter der Vertriebsleitung von Wolf-Dietrich Marschall zusammengeführt. Eigene Standorte unterhalten wir auch in Holland und in Italien. Mit Erfolg – die Niederlande sind heute einer unserer wichtigsten internationalen Märkte.

Ein bedeutender Markt ist mittlerweile auch China. Wie kam es dazu?

Friedl: Nach China liefern wir Produkte, die vorrangig in Batteriecontainern verbaut und dann nach häufig nach Europa zurückimportiert werden. Das ist ein globaler Wachstumsmarkt, der aktuell vor allem von chinesischen Anbietern beherrscht wird. Große Batteriespeicher stellen spezielle Anforderungen an Brandmelde- und Löschsteuertechnik. Ein Bereich, in dem wir uns einen Namen gemacht haben, weshalb wir von den fernöstlichen Herstellern aktiv angesprochen wurden.

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Wir beliefern selbst fernöstliche Hersteller mit Brandmelde- und Löschsteuertechnik für ihre Batteriecontainer.

Welche weiteren Wachstumsmärkte sehen Sie?

Friedl: Am Erneuerbaren-Sektor zählen dazu Windkraftanlagen, die wir mit Brandschutzanlagen ausstatten. Schöne Projekte haben wir auch mit Bergbahnen. Hier besteht die Herausforderung in der Langstreckenverbindung von Tal-, Mittel- und Bergstation. Dabei hilft uns insbesondere unsere Weiterentwicklung des Remote-Access-Tools REACT.

Können Sie kurz erläutern, worum es sich dabei handelt?

Friedl: Via Push-Nachricht übermittelt die Brandmelderzentrale kontinuierlich aktuelle Ereignisse der Anlage, etwa über Raucherkennung, Hitzeentwicklung oder Gaskonzentration, an Eigentümer, Brandschutzbeauftragte, Servicetechniker und immer öfter auch an Feuerwehren. Anlässlich des jüngsten Updates wurde die Technologie – angefangen bei der Webdatenbank bis hin zur Software-Architektur – neu aufgesetzt. Anlagenzustände können auf einem Grundrissplan oder einer Feuerwehr-Laufkarte dargestellt werden, der Auslösezustand für den Alarm wird hervorgehoben. Mit der Überarbeitung wurden die Voraussetzungen für künftige Zusatzfeatures geschaffen, beispielsweise für die Darstellung von Live-Videos vom Anlagenort.

Die Fernzugriff-App REACT ist für unterschiedliche Endgeräte optimiert.

- © LST
Es braucht das Bewusstsein auf Seiten der Betreiber und Verantwortlichen, dass es im Brandschutz um Menschenleben geht.

Im Zuge der Silvester-Katastrophe von Crans-Montana rückte Brandschutz in den Fokus der allgemeinen Aufmerksamkeit …

Friedl: Wir merken das am Markt, unsere Mitarbeitenden wurden oft darauf angesprochen. Ich kenne den Fall auch nur aus der medialen Berichterstattung, aber offensichtlich wurde alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Man hat keine feuerfesten Materialien für Deckenverkleidung und Dekorationen verwendet. Feuerwerke wurden im Innenraum gezündet, ein Fluchtweg war verbarrikadiert. In der Schweiz ist in kleineren Installationen scheinbar zudem keine automatische Brandlöschanlage und keine Meldetechnik vorgeschrieben. Der wichtigste Aspekt im Brandschutz ist letztlich das Problembewusstsein bei Betreibern und Verantwortlichen. Die Technik ist hier tatsächlich zweitrangig. Es braucht die Erkenntnis, dass es um nichts weniger als um Menschenleben geht.

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