APG Factbox September 2025 : Stromimporte wegen Rückgang der erneuerbaren Produktion

Österreichische Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien im September 2025.

Österreichische Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien im September 2025.

- © APG

Die APG Factbox für September zeigt: Sowohl die Stromproduktion aus Windkraft und Photovoltaik als auch jene aus Wasserkraft sind im September aufgrund der Wetterlage in Österreich absolut gesehen gesunken. Besonders stark fiel der absolute Produktionsrückgang mit 32,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat bei der Windenergie aus. Insgesamt reduzierte sich die gesamte erneuerbare Erzeugung (4.026 GWh) um 10,9 Prozent zum September des Vorjahres (4.520 GWh).

„Im Idealfall sind wir bis zum Jahr 2030 in der Lage, den Strombedarf bilanziell zu 100 Prozent aus Erneuerbaren zu decken. Damit wir die Überschüsse, die vor allem im Sommer aus PV-Erzeugung entstehen, nutzen können, müssen wir Speicher und Netze weiter ausbauen", betont Gerhard Christiner, Vorstandssprecher von Austrian Power Grid (APG). Darüber hinaus werde man insbesondere in Monaten, in denen die erneuerbare Produktion niedriger ausfällt und aufgrund von fehlenden Leitungskapazitäten nicht ausreichend Strom aus Nachbarländern bezogen werden kann, weiterhin auf Gaskraftwerke zurückgreifen müssen. Um die Erneuerbaren bestmöglich integrieren zu können, sei daher eine systemische Gesamtplanung, „die Netze, Speicher, Reserven, Produktion und eine digitale Vernetzung gleichermaßen berücksichtigt“, notwendig, so Christiner.

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Stromexport an fünf Tagen

Die Rückgänge hinsichtlich der erneuerbaren Produktion schlugen sich im September in einer entsprechenden Import-Notwendigkeit nieder: Während im September 2024 an 16 Tagen bilanziell Strom ins Ausland exportiert werden konnte und ein Export-Saldo in der Höhe von 232 GWh erzielt wurde, war Österreich im September 2025 Stromimportland. Per Saldo ergab sich über den Gesamtmonat September 2025 gesehen in der Regelzone der APG ein Import in der Höhe von 511 GWh, wobei an nur 5 Tagen bilanziell Strom ins Ausland exportiert werden konnte.

Damit die sichere Stromversorgung gewährleistet ist, muss die APG fast täglich Redispatching betreiben, um Engpässe im Stromnetz zu vermeiden. Im September 2025 waren derartige Eingriffe an 23 Tagen notwendig. Diese Eingriffe in das Stromsystem sind mit zusätzlichen Kosten verbunden. 2025 betrugen sie bis Ende September rund 78 Millionen Euro.

Tirol und Niederösterreich mit dem meisten Stromüberschuss

Über das regionale Stromnetz der APG wird auch der Energieaustausch innerhalb des Landes ermöglicht. Stromüberschüsse der einzelnen Bundesländer können dadurch österreichweit verteilt und Defizite kompensiert werden. Aus Tirol (229 GWh) und Niederösterreich (168 GWh) wurden im September die höchsten Energiemengen in das APG-Netz eingespeist und damit österreichweit zur Verfügung gestellt. In Wien (541 GWh) und der Steiermark (204 GWh) wurde der meiste Strom aus dem APG-Netz bezogen.

Stromverbrauch im September 2025

Auch im vergangenen September erhöhte sich der Stromverbrauch. Konkret wurden auf Basis der aktuell vorliegenden Daten 4.575 GWh Strom aus dem öffentlichen Netz verbraucht, das sind rund 9 Prozent mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr (4.318 GWh) lag der heurige Verbrauch um rund 6 Prozent darüber. Dies ist der Strombezug aus dem öffentlichen Netz in der Regelzone APG, der Verbrauch, der durch eigenproduzierten PV-Strom gedeckt wird, ist darin nicht enthalten.

Die Grafik zeigt Stromverbrauch in Österreich.
Österreichischer Stromverbrauch bis September 2025 - © APG