REED MESSE-MANAGER MARKUS REINGRABNER:

„Mit der BTA ist Klasse statt Masse angestrebt“

Erstmalig ging heuer die Building Technologies Austria als Messe für Gebäudetechnik und vernetzte Gewerke über die Bühne. Wie’s nun weitergeht, erläutert Messe-Manager Markus Reingrabner im Elektropraxis.at-Interview. Über seine Pläne für Elektrofachhandelstage und Power Days lesen Sie demnächst in der Printausgabe von PUNKTUM.

Markus Reingrabner: „Schätze das BTA-Potenzial auf 1.500 bis 2.000 Fachbesucher.“

ELEKTROPRAXIS: Mit dem Konzept der BTA, an dessen Ausarbeitung Branchen-Interessenvertreter mitgewirkt hatten, waren die Aussteller hochzufrieden. Bloß die Frequenz erfüllte nicht die Erwartungen ...

Markus Reingrabner: Wir hatten 1.089 Fachbesucher. Das Potenzial schätze ich auf 1.500 bis 2.000. Hier ist Klasse statt Masse angestrebt. Es war von Anfang an klar, dass die angepeilte Zielgruppe der Architekten und Planer schwierig zu mobilisieren ist. Auch die Aussteller wissen, dass das Zeit braucht.

Unser Konzept mit einheitlichen Standgrößen von 16 Quadratmetern und der Kombination aus Ausstellung, Vorträgen und Workshops hat allen gut gefallen. Für die Neuauflage am 30. September und 1. Oktober kommenden Jahres werden wir uns wir seitens der Messe sowie die Aussteller bemühen, potenzielle Besucher koordiniert anzusprechen. Wir werden früher, intensiver und effizienter kommunizieren. Und wir werden versuchen, Interessenverbände und Meinungsbildner stärker zu gewinnen. Schon heuer hatten wir Facility Management Austria, die IG Lebenszyklus Bau und den Verein Innovative Gebäude an Bord.

ELEKTROPRAXIS: Ungleich war der Anteil der unterschiedlichen Gewerke. So gab‘s ein Übergewicht der Elektrotechnik gegenüber der HLK-Installation.

Reingrabner: Die Aussteller aus letzterem Bereich haben oft noch die Aquatherm im Kopf. Entsprechend schwer tut man sich vielleicht mit der kompakten Präsentation. Wir werden uns bei der Akquise besonders um die HLK-Branche bemühen. Unter den Besuchern waren HLK-Installateure sehr stark vertreten.

Die BTA ist vom Konzept her bewusst ganz anders aufgesetzt als die Aquatherm. Wir haben im Vorfeld eine Vielzahl an Gesprächen mit Vertretern der verschiedenen Besucher-Zielgruppen und Verbänden geführt und anhand dieser entschieden, eine neue Fachveranstaltung für Gebäudetechnik in Wien zu etablieren.

„Tagungen zu TGA kosten sonst ein Vielfaches“

ELEKTROPRAXIS: Könnte der Ticketpreis da und dort ein Hinderungsgrund für einen Besuch gewesen sein?

Reingrabner: Wir haben lange übers Pricing diskutiert, auch mit den Zielgruppen selbst, also mit Architekten und Planern. Zur Diskussion stand etwa, ob der Eintritt überhaupt etwas kosten solle. Ein Gratiseintritt wurde tendenziell abgelehnt, da damit geringere Wertigkeit suggeriert wird. Die Botschaft, die wir aus diesen Gesprächen mitgenommen haben, war, dass der Eintritt nicht über 70 Euro liegen dürfe. Mit 45 Euro fürs Tagesticket sind wir deutlich darunter.

Alle Aussteller bekamen jedoch von uns ein Kontingent an kostenlosen TAN-Codes. Außerdem waren viele reduzierte Eintrittskarten im Umlauf. Wer wirklich kostenlos oder zu einem reduzierten Preis aufs Messegelände wollte, der hatte die Möglichkeit dazu. Man darf auch nicht vergessen, dass die BTA viel mehr ist als bloß eine Messe, sondern Expo und Vortragsveranstaltung inklusive Workshops in einem. Konferenzen und Tagungen zu diesem Themenbereich kosten sonst schnell mal 300 bis 500 Euro.