Gemeinnützige Energiegemeinschaft : Stromspende für einen guten Zweck
Photovoltaikanlage Caritas Pflegeheim Haus St. Elisabeth in St. Pölten
- © Caritas St. PöltenIn Österreich wird immer mehr Photovoltaik zugebaut, eine wachsende Zahl an Haushalten produziert ihren eigenen Sonnenstrom. Wenn davon nicht alles für den Eigenbedarf draufgeht, speisen viele ihre Stromüberschüsse ins Netz ein – oft zu niedrigen Tarifen. Wer mit seinem Strom Gutes tun will, kann ihn nun auch an die Caritas spenden. In Kooperation mit Robin Powerhood ist es jetzt möglich, einen Teil des eigenen Überschusses zu spenden und so einen sozialen Beitrag zu leisten.
Denn auch in Österreich gibt es Energiearmut: Laut Statistik Austria ist aktuell rund jede*r fünfundzwanzigste*r betroffen – Menschen, die ihre Wohnung nicht ausreichend heizen oder kühlen können, es an geeigneter Beleuchtung fehlt oder alltägliche Haushaltsgeräte wie Herd und Waschmaschine nicht selbstverständlich genutzt werden können. „Wir sehen in unseren Sozialberatungsstellen tagtäglich, dass Stromrechnungen für Familien in Niederösterreich oftmals zur Herausforderung werden – besonders für Familien, Alleinerziehende und Mindestpensionist*innen", weiß Christoph Riedl, Generalsekretär der Caritas St. Pölten.
Die Caritas Stromspende bietet daher erstmalig Menschen mit Photovoltaikanlagen oder anderen stromerzeugenden Anlagen wie Wind- oder Wasserkraft eine einfache Möglichkeit, ihren Stromüberschuss an energiearme Haushalte zu spenden. Auch Einrichtungen der Caritas wie das Mutter-Kind-Haus und Wohnhäuser für Menschen mit Behinderungen werden durch die Stromspende unterstützt.
>> Immer up to date mit Meinungen und News aus der Branche sein? Abonnieren Sie unseren Newsletter – mit uns bleiben Sie informiert!
Hier geht’s zur Anmeldung
Bürgerenergiegemeinschaft verteilt gespendeten Strom
Strom spenden können sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen. Voraussetzung dafür ist ein Einspeisevertrag für den Stromüberschuss. Nach Ausfüllen des Online-Formulars unter ist die Teilnahme nur noch im Smart-Meter-Portal des Netzbetreibers zu bestätigen. Die Empfänger*innen tragen weiterhin die Netzkosten und Abgaben, während ein Teil der Stromleistung durch die Spende kostenlos bleibt. Die gespendete Summe Strom wird vom jeweiligen Anbieter bei jeder Abrechnung ausgewiesen und kann auch im Smart Meter Webportal eingesehen werden. Am Ende des Jahres stellt die Caritas und Robin Powerhood außerdem ein Zertifikat über die geleistete Stromspende aus, die von Unternehmen als Sachspende steuerlich abgesetzt werden kann.
>>> Potenzial von GEA, EEG und BEG voll ausschöpfen
Gesammelt werden diese Stromspenden von der Caritas der Diözese St. Pölten in Kooperation mit Robin Powerhood, einer österreichweiten Energiegemeinschaft. „Als erste mildtätige sowie auch spendenbedürftige Energiegemeinschaft wollen wir erneuerbare Energie allen Menschen zugänglich machen“, erklärt Valentin Neuhauser, Projektleiter Robin Powerhood. Seit seinem Start 2022 hat das Projekt, das von Matthias Zuser, Geschäftsführer Gemeinnützige Sanierungs- und Beschäftigungs-GmbH, und Ingrid Neuhauser, Geschäftsführerin Verein Wohnen, ins Leben gerufen wurde, mehr als 140 Haushalte unterstützt.
Nun tritt auch die Caritas als Vermittlungspartner ein. „Dass wir als Caritas um Geldspenden bitten, ist bekannt. Aber ab sofort bitten wir auch Stromspenden von jenen, die ohnehin mehr Strom produzieren, als sie selbst brauchen können. Statt diesen Überschuss um ein paar Cent pro kWh zu verkaufen, kann man damit wirklich Gutes tun und ganz unkompliziert helfen", so Riedl abschließend.