APG Factbox März 2026 : März zeigt zusätzlichen Bedarf an Stromnetzen und Batterien auf
Österreichische Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien bis März 2026
- © APGStrom kann im Netz nicht gespeichert werden und ist ein Just-in-Time-Produkt, bei dem sich Angebot und Nachfrage in jeder Sekunde im Gleichgewicht befinden müssen, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Mit dem wachsenden Anteil erneuerbarer Energien, deren Produktion wetterbedingt schwankt, steigen die Herausforderungen an das überregionale Stromnetz, zeigt die APG Factbox für März.
Obwohl erneuerbare Anlagen im März zeitweise gedrosselt werden mussten, stieg die erneuerbare Stromproduktion in diesem Monat insgesamt. Die erneuerbare Erzeugung verzeichnete im März 2026 konkret ein Plus von 15,8 Prozent gegenüber dem außergewöhnlich trockenen März 2025. Vor diesem Hintergrund deckten die Erneuerbaren im März 74,6 Prozent (Vergleich März 2025: 64,3 Prozent) des Stromverbrauchs in Österreich: Das sind 4.773 GWh und somit plus 1,8 Prozent Verbrauch gegenüber dem Vorjahr.
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9 GWh abgeregelte, erneuerbare Energie
„Eine Steigerung der installierten Leistung aus erneuerbaren Energien schafft nur dann echten Mehrwert, wenn auch die notwendige Infrastruktur für Verteilung und Speicherung im gleichen Tempo mitwächst. Genau das ist im derzeitigen System jedoch nicht ausreichend gegeben. Für die Volkswirtschaft entstehen erhebliche Kosten, wenn ein gefördertes Gut wie Strom aus PV-Anlagen zu Spitzenzeiten – etwa zur Mittagszeit – keine Abnehmer findet oder sogar zu negativen Preisen gehandelt werden muss", gibt Gerhard Christiner, Vorstandssprecher von Austrian Power Grid (APG), mit Blick auf die Zahlen für März zu bedenken.
Mit geeigneten Rahmenbedingungen, die den zügigen Ausbau von Netzen und Speichern ermöglichen, ließe sich das Problem laut Christiner deutlich entschärfen. Der erzeugte Strom könnte gespeichert und zeitversetzt bedarfsgerecht bereitgestellt werden. „Aus Sicht der APG ließe sich klar bestimmen, wo Speicher systemdienlich platziert und betrieben werden sollten."
Drohende Netzüberlastungen erforderten ein Abregeln des erneuerbaren Stromsystems im Umfang von 9 GWh. Nachdem PV-Anlagen nur im geringen Umfang ansteuerbar sind und somit uneingeschränkt Strom einspeisen, war von diesem Abregeln primär die Laufwassererzeugung betroffen, welche einen großen Teil der erneuerbaren Erzeugung ausmacht. Im März 2026 waren derartige Eingriffe an 19 Tagen notwendig.
Niederösterreich und Burgenland mit dem meisten Stromüberschuss
Über das regionale Stromnetz der APG wird auch der Energieaustausch innerhalb des Landes ermöglicht. Stromüberschüsse der einzelnen Bundesländer können dadurch österreichweit verteilt und Defizite kompensiert werden. In Niederösterreich (278 GWh) und im Burgenland (277 GWh) wurden im März die höchsten Energiemengen in das APG-Netz eingespeist und damit österreichweit zur Verfügung gestellt. Von der Steiermark (307 GWh) und Salzburg (205 GWh) wurde der meiste Strom aus dem APG-Netz bezogen.
Stromverbrauch im März 2026
Österreichs Strombezug aus dem öffentlichen Netz betrug auf Basis von ersten Analysen in den März-Wochen gesamt rund 4.773 GWh. Im Vergleich zum Vorjahr lag der heurige Verbrauch um rund 1,8 Prozent darüber.