Photovoltaik-Sichtschutz : Sonnenstrom aus dem Zaun

Günther Baumhackl, Geschäftsführer von H+S Zauntechnik, und Stefan Ponsold, CEO von Sunbooster

Günther Baumhackl, Geschäftsführer von H+S Zauntechnik (links) und Stefan Ponsold, CEO von Sunbooster (rechts)

- © H+S Zauntechnik GmbH

In der Steiermark haben sich zwei Unternehmen zusammengetan, um einen neuen Photovoltaik-Sichtschutz für Haushalte und Gewerbe auf den Markt zu bringen. Sunbooster, vormals als Sunnybag, bekannt für Solar-Rucksäcke, und H+S Zauntechnik ermöglichen es, Sonnenstrom mithilfe eines Zauns zu gewinnen.

Im Zentrum der aktuellen Kooperation steht der Sunbooster Vertical, ein bifazialer und flexibler Solarstreifen, der direkt in einen bestehenden oder neuen Doppelstabgitterzaun eingefädelt wird und so nicht nur vor unerwünschten Blicken schützt, sondern auch passiv Strom erzeugt. Besonders geeignet ist die Lösung für Haushalte und Gewerbe, die keine passenden Dachflächen für die klassischen Solarpaneele haben. Aufgrund ihrer vertikalen Montage helfen die beidseitigen Solarstreifen vor allem morgens und abends, den Energiebedarf abzufedern – also dann, wenn herkömmliche Solarpaneele am Dach weniger Ertrag liefern. Daher eignet sich der Solarzaun auch als Ergänzung zu PV-Anlagen auf Dächern und Balkonen.

Die Idee von Sunbooster, einen funktionalen Sichtschutz mit integrierter Solartechnologie anzubieten, überzeugte H+S Zauntechnik auf Anhieb: „Wir vertreiben jährlich rund 40.000 Doppelstabmatten und haben sofort erkannt, dass der Solarstreifen eine perfekte Alternative für alle ist, die sich nicht nur Privatsphäre wünschen, sondern gleichzeitig auch Energie erzeugen möchten“, erklärt Günther Baumhackl, Geschäftsführer von H+S Zauntechnik. 

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Die Solarstreifen werden einfach in einen Doppelstabgitterzaun eingefädelt.

- © SUNBOOSTER GmbH

Natürliche Luftzirkulation reduziert thermische Verluste

Besonders ist am Sunbooster Vertical auch die Möglichkeit, Sonneneinstrahlung beidseitig zu absorbieren und in elektrische Energie umzuwandeln. Dank der bifazialen Zelltechnologie verwerten die Paneele nicht nur direktes Sonnenlicht, sondern auch Licht, das zum Beispiel von nahestehenden hellen Fassaden oder Schneeflächen reflektiert wird. Die vertikale Montage am Zaun sorgt zudem für eine natürliche Luftzirkulation, reduziert thermische Verluste und steigert so die Effizienz.

„Die Nachrüstung ist denkbar einfach, da bestehende Zäune genutzt werden können. Zudem liegen die Kosten bei nur einem Drittel im Vergleich zu klassischen Solarzäunen, was eine wesentlich schnellere Amortisation ermöglicht“, so Stefan Ponsold, Erfinder und CEO von Sunbooster, der das Produkt zum Patent angemeldet hat.

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Die Kosten liegen bei nur einem Drittel im Vergleich zu klassischen Solarzäunen, was eine wesentlich schnellere Amortisation ermöglicht
Stefan Ponsold, Sunbooster

Plug-and-Play-Solarzaun

Ein Einzelsystem umfasst sechs Solarstreifen mit einer Länge von wahlweise 2 oder 2,5 Metern. Dank des „Plug-and-Play“-Prinzips lassen sich laut Hersteller aktuell bis zu zehn Laufmeter Solarzaun von Endkund*innen selbst als Kleinkraftwerk in Betrieb nehmen: Zuerst die Solarstreifen in den Zaun einfädeln, dann mit dem mitgelieferten Wechselrichter verbinden und zuletzt das Kabel an eine herkömmliche Steckdose anschließen. Längere Installationen sollen künftig ebenfalls möglich sein, durch die serielle Verschaltung mehrerer Zaunfelder kann das System modular erweitert werden. 

Ein 100 Meter langer Solarzaun erreicht so beispielsweise eine installierte Leistung von rund 18,8 kWp (Kilowatt Peak), wie die Unternehmen vorrechnen. Zum Vergleich: Um dieselbe Leistung auf dem Dach zu installieren, wären etwa 100 Quadratmeter Dachfläche nötig. Mit der Nutzung mehrerer Zaunfelder eröffnet sich ein Anwendungsbereich für längere Gartenzäune und gewerbliche Umzäunungen.

Der Solarzaun kombiniert Sichtschutz und Sonnenstromgewinnung.

- © SUNBOOSTER GmbH

PV-Förderungen in Österreich

Was die Amortisation betrifft, soll es nur drei bis vier Jahre dauern, bis die Investitionskosten ausgeglichen sind. In Österreich gibt es zudem Förderungen, wie etwa den EAG-Investitionszuschuss für Photovoltaik und Stromspeicher. Da der Zaun gleichzeitig als Unterkonstruktion für die Photovoltaikanlage dient, wird er im Rahmen einiger Förderprogramme als integraler Bestandteil der PV-Installation anerkannt. Je nach Bundesland besteht laut Baugesetz bei Neubauten sogar eine Verpflichtung zur Integration erneuerbarer Energiequellen.

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