Trackersystem für Photovoltaik : Wenn die PV-Anlage der Sonne folgt
Johannes Mezgolits, Bürgermeister Donnerskirchen, Matthias Grün, Vorstandsvorsitzender Esterhazy Betriebe, Landesrat Heinrich Dorner, Silvia Angelo, Vorständin ÖBB-Infrastruktur und Stephan Sharma, CEO Burgenland Energie (v.l.n.r.)
- © Burgenland Energie AGGemeinsam mit der Burgenland Energie geht die ÖBB einen innovativen Weg, um ihre Energieversorgung mit grünem Bahnstrom weiter zu steigern. Ein Joint Venture des Energieversorgers und der Bundesbahnen hat in Donnerskirchen die weltweit erste Agri-Photovoltaikanlage mit Tracker-System für 16,7-Hertz-Bahnstrom in Betrieb genommen. Das Besondere: Die Module richten sich automatisch nach dem Sonnenstand. So schafft die Anlage einen höheren Energieertrag und ermöglicht gleichzeitig eine optimale landwirtschaftliche Nutzung der Fläche.
„Eine Fläche von sieben Hektar neben der Bahnstrecke, die bisher nur für Bio-Landwirtschaft genutzt wurde, wird jetzt mit einer sonnennachgeführten PV-Anlage kombiniert. Die erste sonnennachgeführte Agri-PV-Bahnstrom-Anlage Österreichs und weltweit die erste dieser Art zeigt den Weg in die erneuerbare Mobilitätszukunft", freut sich Stephan Sharma, CEO der Burgenland Energie. Der erzeugte 16,7-Hz-Bahnstrom wird aufgrund der unmittelbaren Nähe zur Pannoniabahn direkt in die Oberleitung eingespeist. Somit werden Energieverluste reduziert und die Effizienz erhöht. Mit einer Leistung von 6,6 MWp und einem jährlichen Energieertrag von rund 8,3 GWh erzeugt die Anlage ausreichend Energie für rund 32.500 Zugfahrten von Wien nach Eisenstadt.
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Boden wird dreifach genutzt
Die spezielle Bauweise ohne Bodenversiegelung sorgt dafür, dass die natürliche Versickerungsfähigkeit erhalten bleibt und die Anlage nach ihrer Nutzung rückstandsfrei entfernt werden kann. Gleichzeitig werden Bepflanzungsmaßnahmen gesetzt und so ein Rückzugsort für die heimischen Tiere geboten. Die Nutzung des Grundstücks für den landwirtschaftlichen Betrieb durch das Biolandgut Esterhazy ermöglicht eine dreifach-Nutzung des Bodens.
Matthias Grün, Vorsitzender des Vorstands der Esterhazy Betriebe AG erklärt: „Da es bei unseren Projekten keine Zäune, sondern nur natürliche Abgrenzungen wie Gräben und Hecken etc. gibt, bleibt die Fläche zudem weiterhin barrierefrei und vollständig als Lebensraum erhalten. Seit mehreren Jahren erforschen wir bereits für derartige Standorte die Eignung diverser Kulturarten und entwickeln dazu angepasste Betriebskonzepte." Am Standort Donnerskirchen werden etwa die Pflanzen geschützt, während die Photovoltaik durch natürliche Kühlung effizienter arbeitet – ein Gewinn für Landwirtschaft und Energie zugleich.