APG Factbox November 2025 : Österreich musste auch im November Strom importieren

Österreichische Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien im Oktober 2026.

Österreichische Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien im Oktober 2025

- © APG

Trotz einer Zunahme der erneuerbaren Produktion setzte sich die Stromimport-Phase Österreichs im November fort, das verrät die APG Factbox. Die gesamte erneuerbare Erzeugung (3.430 GWh) erhöhte sich in den November-Wochen um 8,1 Prozent zum November des Vorjahres. 

Eine absolute Steigerung der Produktion gab es sowohl bei der Wind- als auch bei der Wasserkraft: Die Einspeisung von Wind stieg im Vorjahresvergleich um 5,1 Prozent – die Produktion fiel im Monatsverlauf vor allem am Monatsanfang und in der zweiten Monatshälfte gut aus –, während sich die Wasserkraft um 12,8 Prozent gegenüber November 2024 erhöhte. Bei der PV-Einspeisung stellte sich die Lage anders dar: Hier wurde ein Rückgang der Einspeisung in der Höhe von 4,7 Prozent dokumentiert. Insgesamt brachte der November eine Stromverbrauchsdeckung von 63,5 Prozent durch erneuerbare Energien.

Auch mit der leicht erhöhten erneuerbaren Einspeisung ergab sich über den Gesamtmonat November betrachtet ein Stromimport in der Höhe von 1.240 GWh, wobei an nur einem einzigen Tag bilanziell Strom ins Ausland exportiert werden konnte. Auch im Vergleichsmonat des Vorjahres war Österreich Import-Land, wobei der Saldo mit 486 GWh deutlich niedriger ausfiel und an sieben Tagen des Monats ein bilanzieller Stromexport verzeichnet werden konnte.

>> Immer up to date mit Meinungen und News rund um erneuerbare Energien sein? Abonnieren Sie unseren Newsletter – mit uns bleiben Sie informiert! Hier geht’s zur Anmeldung

Weniger Strom aus kalorischen Kraftwerken

Ein weiterer Mitgrund für diese Import-Notwendigkeiten war, dass kalorische Kraftwerke gegenüber dem Vorjahr um mehr als 46 Prozent weniger eingespeist haben (1.546 GWh im November 2024 und 822 GWh im November 2025). Diese Kraftwerke stellen einen wichtigen Hebel bei der Absicherung der heimischen Stromversorgung vor dem Hintergrund des notwendigen Ausbaus des Übertragungsnetzes dar. 

>> Was Österreich aus dem iberischen Blackout lernen kann

„Der November zeigte ein heterogenes Bild: Die Einspeisung aus erneuerbaren Energien stieg leicht an, während der Stromverbrauch in ähnlichem Umfang zunahm. Diese moderate Zunahme der erneuerbaren Erzeugung lag in der Größenordnung des Verbrauchszuwachses. Dennoch war Österreich im November Nettoimporteur von Strom, was auch auf die reduzierte thermische Erzeugung zurückzuführen ist", erklärt Gerhard Christiner, Vorstandssprecher von Austrian Power Grid. Diese Entwicklung verdeutliche die Komplexität des Energiesystems. In Anbetracht dessen begrüße die APG den Gesetzesbeschluss des ElWG, der Klarheit bei der Netzreserve bringe, so Christner.

Redispatching-Erfordernis auf Vorjahresniveau

Mit der Volatilität des Gesamtsystems Strom in Österreich geht die Notwendigkeit von gezielten und kontrollierten Einsätzen von Kraftwerken einher, um Überlastungen im Stromnetz abzufangen. Durch diese Redispatch-Maßnahmen entstanden bis Ende November 2025 Kosten in der Höhe von 84,4 Millionen Euro (plus 2,9 Millionen zum Vorjahres-November). Eingriffe waren bisher in diesem Jahr an 196 Tagen (Vergleich: 186 Tage bis Ende November im Jahr 2024) notwendig. Ein Abregeln erneuerbarer Erzeugung (beispielsweise von Wind- oder Laufwasserkraftwerken) war im November – wie auch bereits im Vormonat Oktober 2025 – nicht erforderlich.

Burgenland und Vorarlberg mit dem meisten Stromüberschuss

Im November 2025 zeichnete sich im Energieaustausch innerhalb Österreichs folgendes Bild: In Vorarlberg (193 GWh) und im Burgenland (173 GWh) wurden die höchsten Energiemengen in das APG-Netz eingespeist und damit österreichweit zur Verfügung gestellt. Von Wien (302 GWh) und Niederösterreich (294 GWh) wurde der meiste Strom aus dem APG-Netz bezogen.

Stromverbrauch im November 2025

Konkret wurden im November in Österreich auf Basis der aktuell vorliegenden Daten 5.403 GWh Strom aus dem öffentlichen Netz verbraucht – das entspricht einer Erhöhung um rund 5,2 Prozent gegenüber November 2024 (5.135 GWh).

Österreichischer Stromverbrauch bis November 2025
Österreichischer Stromverbrauch bis November 2025 - © APG

Sie wollen mehr?