APG Factbox Juni 2025 : Rückgang der erneuerbaren Stromproduktion im Juni

Österreichische Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien im Juni 2025.

Österreichische Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien im Juni 2025.

- © APG

Trotz einer Verringerung der erneuerbaren Erzeugung im Vergleich zum Vorjahr bildeten erneuerbare Energiequellen im Juni 2025 etwa 92 Prozent der Gesamteinspeisung. Der vergangene Juni war geprägt von sehr warmen Temperaturen, sonnigen Tagen und Trockenheit. Vor diesem Hintergrund – insbesondere aufgrund der gegenüber dem Vorjahr geringeren Niederschläge – ging die erneuerbare Erzeugung (4.309 GWh) in den Juni-Wochen 2025 um 17,3 Prozent zurück. 

Während sowohl der Anteil der Windenergie (plus 4,6 Prozent Anteil an den Erneuerbaren zu Juni 2024; 542 GWh Produktion im Juni 2025) als auch der Anteil der Photovoltaik-Einspeisung (plus 3,9 Prozent Anteil, 809 GWh Erzeugung) im Vergleich zum Vorjahres-Juni anstieg, reduzierte sich der Anteil der Wasserkraft (minus 8,7 Prozent Anteil; 2.838 GWh Produktion). 

Per Saldo ergab sich über den Gesamtmonat Juni in Österreich in der Regelzone des Übertragungsnetzbetreibers Austrian Power Grid (APG) ein Export in der Höhe von 275 GWh, wobei an 20 Tagen bilanziell Strom ins Ausland exportiert werden konnte. Auch im Juni 2024 war Österreich Export-Land, allerdings konnte damals an allen 30 Tagen ein bilanzieller Stromexport verzeichnet und ein Export-Saldo in der Höhe von 1.134 GWh erzielt werden. Der Hauptgrund lag in der im Vorjahr ungewöhnlich hohen und im heurigen Juni besonders niedrigen Laufwassereinspeisung.

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Redispatch-Kosten bisher höher als 2024

Um den volatilen, erneuerbaren Strom nutzbar zu machen, braucht es ein starkes Stromnetz, das den Strom dorthin transportiert, wo er gebraucht wird. Um dabei Überlastungen im Stromnetz zu verhindern und um die sichere Stromversorgung zu gewährleisten, werden mit sogenannten Redispatch-Maßnahmen Überlastungen vermieden. Darunter versteht man den gezielten und kontrollierten Einsatz von Kraftwerken. In diesem Zusammenhang entstanden im laufenden Jahr Kosten von 43,5 Millionen Euro. Damit lagen sie im ersten Halbjahr 2025 um 4,5 Millionen über dem Vergleichswert des letzten Jahres. 

Neben den im Zusammenhang mit Redispatching-Maßnahmen anfallenden Kosten und einem höheren CO₂-Verbrauch führt Redispatching auch zum „Abregeln“ erneuerbarer Kraftwerksproduktion. In diesem Zusammenhang werden beispielsweise Wind- oder Laufwasserkraftwerke, die zu dieser Zeit Strom produzieren, heruntergefahren, um Überlastungen im Stromnetz zu vermeiden. Im ersten Halbjahr sind auf diese Art und Weise durch Redispatch-Maßnahmen an 89 Tagen (Vergleich: 83 Tage bis Ende Juni im Jahr 2024) 7.912 Megawattstunden Strom (und somit etwa 1.319 MWh durchschnittlich pro Monat) „verloren“ gegangen. 

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Oberösterreich und Niederösterreich mit dem meisten Stromüberschuss

Im Juni 2025 zeichnete sich im Energieaustausch innerhalb Österreichs folgendes Bild: In Niederösterreich (287 GWh) und in Oberösterreich (240 GWh) wurden die höchsten Energiemengen in das APG-Netz eingespeist und damit österreichweit zur Verfügung gestellt. Von Wien (457 GWh) und Kärnten (117 GWh) wurde der meiste Strom aus dem APG-Netz bezogen. 

Stromverbrauch im Juni 2025

Das Ausmaß der Elektrifizierung aller Lebens- und Wirtschaftsbereiche, mit welcher sich das Gesamtsystem Strom konfrontiert sieht, wird auch am hohen Stromverbrauch sichtbar. So wurden im Juni in Österreich auf Basis der aktuell vorliegenden Daten 3.994 GWh Strom aus dem öffentlichen Netz in der Regelzone der APG verbraucht. Das entspricht einer minimalen Verringerung um rund 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat (4.155 GWh).

Stromverbrauch in Österreich im Juni 2025
Stromverbrauch in Österreich im Juni 2025 - © APG