Super-Hybrid-Park in Nickelsdorf : Schafe und Speicher
In Nickelsdorf realisiert Püspök das aktuell zweitgrößte Super-Hybrid-Kraftwerk Europas.
- © PÜSPÖK/APA-Fotoservice/Maria HollunderIn Nickelsdorf entsteht aktuell das zweitgrößte Super-Hybrid-Energieprojekt Europas. Das von Püspök realisierte Projekt kombiniert Windkraft, Photovoltaik und Batteriespeicher über eine gemeinsame Infrastruktur. Das Zusammenspiel der drei Technologien schafft zusätzliche Flexibilität im Energiesystem und optimiert die Nutzung bestehender Netzanschlüsse. „Mit dem Super-Hybrid-Park in Nickelsdorf zeigen wir, wie die Energieversorgung der Zukunft funktioniert, und zwar erneuerbar, flexibel und unabhängig von fossilen Energieträgern“, sagt Lukas Püspök, Geschäftsführer von Püspök.
Püspök ist einer der großen privaten Stromproduzenten aus erneuerbarer Energie in Österreich. Mit derzeit 114 Windkraftanlagen und mehreren großen Photovoltaik-Parks produziert das Unternehmen jährlich mehr als eine Terawattstunde Strom und deckt damit rund zwei Prozent des österreichischen Strombedarfs.
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Agri-PV ohne Versiegelung
Ein zentraler Bestandteil des Projekts sind die bestehenden Windkraft- und Agri-Photovoltaik-Anlagen. Dabei wird landwirtschaftliche Nutzung einer Gesamtfläche von etwa 53 Hektar mit Stromerzeugung kombiniert. So können Flächen doppelt genutzt, landwirtschaftliche Erträge gesichert und gleichzeitig erneuerbare Energie erzeugt werden. Die PV-Module sind auf Stahl- bzw. Aluminiumgestellen installiert, gemeinsam bringen sie es auf eine Nennleistung von rund 68 MWp. Schafe beweiden die Fläche und ermöglichen so eine Doppelnutzung.
Durch die Inbetriebnahme eines der größten Batteriespeicher in Österreich wird das System vor Ort um zusätzliche Speicher- und Flexibilitätskapazitäten erweitert. Über alle aktuell geplanten Projekte hinweg addieren sich diese auf 336,4 Megawatt-Peak (MWp) Agri-Photovoltaik und 246 Megawattstunden (MWh) Speicherkapazität. Die Zuschaltung des Speichers ist für Juni 2026 vorgesehen, die offizielle Inbetriebnahme soll im Juli 2026 erfolgen. „Super-Hybrid-Systeme ermöglichen es, erneuerbare Energie nahezu unabhängig von Wetter und Tageszeit verlässlich verfügbar zu machen", erklärt Püspök den Vorteil der hybriden Auslegung. Nickelsdorf sei dabei erst der Anfang, weitere Kombinationskraftwerke in Gattendorf, Mönchhof und St. Andrä befänden sich bereits in Umsetzung und sollen in den kommenden Monaten schrittweise in Betrieb gehen.
Das Projekt läuft unter dem Programm REPowerEU, das darauf abzielt, Europas Abhängigkeit von Öl und Gas zu beenden, den Ausbau erneuerbarer Energien zu beschleunigen und den privaten Sektor bei der Energiewende gezielt zu unterstützen.