APG Factbox Mai 2026 : Mai mit einem veränderten erneuerbaren Energiemix

Österreichische Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien bis Mai 2026

Österreichische Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien bis Mai 2026

- © APG

Produktionseinbrüche bei der Wasserkraft verdeutlichten im vergangenen Mai einmal mehr, wie wichtig eine kapazitätsstarke Netzinfrastruktur und energiewirtschaftlichen Gesamtsystemplanung sind. Der Mai brachte deutlich mehr Hitzetage: Ähnlich wie im März und April gab es geringen Niederschlag und Trockenheit. Über den gesamten Monat betrachtet war die Laufwasserkraftproduktion damit so niedrig wie in keinem anderen Mai in den letzten 25 Jahren. „Der Mai 2026 bestätigt ein weiteres Mal die hohe Relevanz einer ausgewogenen und breit diversifizierten erneuerbaren Stromerzeugung für Österreich", bekräftigt Gerhard Christiner, Vorstandssprecher von Austrian Power Grid (APG).

Denn dank der im Vergleich zum Vorjahr hohen Wind- und PV-Produktionswerte ergab sich nur ein leichter Rückgang der erneuerbaren Erzeugung um 2,5 Prozent. Es kam zu mehr Sonnenstunden und in Folge zu einer um rund 55 Prozent erhöhten PV-Einspeisung im Vergleich zum Vorjahresmonat. Gleichzeitig konnte bei der Windkraft ein Anstieg von rund 31 Prozent verzeichnet werden. Die Stromerzeugung aus Wasserkraft war um rund 20 Prozent niedriger. Wegen des Ausgleichs der geringen Wasserkraft durch die Produktionszuwächse bei Wind und PV mussten im Mai mit 64 GWh relativ wenig importiert werden. An 13 Tagen wurde Strom sogar bilanziell ins Ausland exportiert, ähnlich wie im Vorjahr.  

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Redispatch bleibt anhaltend hoch

Im Rahmen des Engpassmanagements waren im Mai an elf Tagen (Vorjahresvergleich: fünf Tage im Mai 2025) Eingriffe auf Anforderung des Regelzonenführers notwendig, um Netzengpässe zu lösen. Durch das Abregeln von Erneuerbarer Erzeugung gingen im Mai 11.841 MWh „verloren“, wobei zum größten Teil (7.020 MWh) Laufwasser davon betroffen war und es sich bei der Restmenge um Wind handelte. Im Zuge des Redispatchings fielen im Mai Kosten in der Höhe von 9,7 Millionen Euro an (Vorjahresvergleich: 12,4 Mio. Euro im Mai 2025).

Einen Lichtblick für das Stromnetz sieht Christiner dafür im Beschluss des Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetzes (EABG) am 11. Juni 2026. „Mit dem EABG liegt nun ein entscheidender Hebel vor, um den Ausbau von Erneuerbaren, Netzen und Speichern koordiniert voranzutreiben." Beschleunigte Genehmigungsverfahren und die Möglichkeit einer erhöhten Auslastung bestehender Infrastruktur würden das Netz stärken – eine Grundvoraussetzung für die Integration weiterer erneuerbarer Erzeugung. „Es ermöglicht nicht nur eine schnellere Anbindung neuer Erzeugungsanlagen, sondern schafft Zugang zu preisgünstigem Strom für alle Verbraucherinnen und Verbraucher und macht darüber hinaus das gesamte Energiesystem effizienter“, so Christiner.

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Niederösterreich und Burgenland mit dem meisten Stromüberschuss

Über das regionale Stromnetz der APG wird auch der Energieaustausch innerhalb des Landes ermöglicht. Stromüberschüsse der einzelnen Bundesländer können dadurch österreichweit verteilt und Defizite kompensiert werden. Die Bundesländer Wien (426 GWh) und Kärnten (194 GWh) entnahmen im Mai am meisten Strom aus dem Netz. Das Burgenland (299 GWh) und Niederösterreich (246 GWh) waren die größten Einspeiser innerhalb Österreichs.

Stromverbrauch im Mai 2026

Österreichs Strombezug aus dem öffentlichen Netz betrug auf Basis von ersten Analysen in den Mai-Wochen gesamt rund 4.062 GWh. Im Vergleich zum Vorjahr lag der heurige Verbrauch damit um rund 8,8 Prozent niedriger.  

Österreichischer Stromverbrauch bis Mai 2026
Österreichischer Stromverbrauch bis Mai 2026 - © APG

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