Photovoltaik-Ausbau 2025 : PV-Zubau auf Tiefststand seit 3 Jahren
Die Entwicklung des PV Zubaus in Österreich von 2023 bis 2025
- © PV AustriaDer Branchenverband PV Austria schlägt lautstark Alarm: Mit einem Zubau von 305 Megawatt (MW) im dritten Quartal ist der PV-Ausbau in Österreich weiterhin rückläufig. Das zeigt der aktuelle „Quartalsbericht Erhebung Netzanschluss“ der E-Control Austria. Der jährliche Zubaubedarf von 2.000 MW, den Österreich laut österreichischem Netzinfrastrukturplan (ÖNIP) erreichen soll, wird damit nicht erreicht. Für das Gesamtjahr 2025 zeichnet sich damit – nach einem Zubau von rund 1.000 MW in den ersten drei Quartalen – ein Zieldefizit ab. Zum Vergleich: Im Jahr 2023 wurden PV-Anlagen mit insgesamt 2.332 MW Engpassleistung zugebaut, im Jahr 2024 waren es 1.972 MW.
„Die Zahlen sind wirklich alarmierend. Der Photovoltaik-Zubau befindet sich auf einem Tiefststand seit drei Jahren und die Branche steht unter immensem Druck. Man sieht, wie schnell der Fortschritt einbricht, wenn Rahmenbedingungen ins Wanken geraten. Die Unternehmen verlieren Aufträge, Arbeitsplätze geraten in Gefahr. Ohne verlässliche, politische Leitplanken wird sich diese Situation weiter verschärfen“, kritisiert Vera Immitzer, Geschäftsführerin von PV Austria.
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Größter Rückgang bei privaten PV-Anlagen
Vom Rückgang besonders stark betroffen ist das Segment der privaten PV-Anlagen (Anlagen bis 20 Kilowatt Engpassleistung; Balkonkraftwerke ausgenommen). Verantwortlich macht PV Austria dafür vor allem politische Unsicherheiten: darunter die vorzeitige Abschaffung der Mehrwertsteuerbefreiung, unklare Förderbedingungen sowie die anhaltenden Diskussionen über mögliche Zusatzkosten für das Einspeisen von Strom.
Außerdem warte die Branche seit Jahren auf die benötigte Energiewende-Gesetze: das Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) und das Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG). Aktuell wächst vor allem die Sorge vor einer weiteren Verzögerung. Wie wichtig jedoch politische Verlässlichkeit ist, bestätigt eine aktuelle Umfrage von PV Austria. Auf die Frage, wo aus Sicht der Branche der größte politische Handlungsbedarf besteht, antwortete diese:
- Verlässliche Politik: mit stabilen Gesetzen und Planungssicherheit
- Speicheroffensive: Fördern von Batteriespeichern und systemdienliches Integrieren
- Bürokratieabbau: mit weniger Verwaltungsaufwand bei Bau, Anschluss und Förderung
„Ein solides und insbesondere durchdachtes Gesetzespaket aus ElWG und EABG ist dringend notwendig. Alles andere – wie politische Unsicherheit oder der geplante Österreich-Aufschlag – schwächt die Branche und den gesamten Wirtschaftsstandort massiv", betont Herbert Paierl, Vorstandsvorsitzender von PV Austria. Ihm nach realisiere die Politik nicht, welches Wachstumspotential für die heimische Wirtschaft im verstärkten Ausbau der Erneuerbaren liege und wie positiv sich das auf die Strompreise auswirken würde.